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ganz schnell

Zum letzten Artikel „ganz langsam“ möchte ich noch die umgekehrte Situation beleuchten. Was wenn ein faules LBI Pferd zum Schlussrad wird und einfach nicht zu motivieren ist hinter dem Mitreiter nachzurücken. Unser Simon würde ganz sicher lieber allein in weiter Flur am Wegesrand stehen und Gras schnuppern als motiviert mit Tempo hinter Murphy aufzuschliessen. Aus seiner Sicht gibt es auch keinen Grund. Er ist im Gelände unerschrocken und kommt allein mit seinem Reiter klar, notfalls auch ohne den 🙂 .

Es gilt also einen Grund zu finden der es schmackhaft macht schneller zu sein. Ich erinner mich wo ich mit unserem nun leider verstorbenem Gamour und Murphy das durchgespielt habe. Wir sind hintereinander geritten und der hintere hat angesetzt zum überholen und sich vor das erste Pferd gesetzt. Das unmotiviertere Pferd hat dann nach dem Überholvorgang immer das Tempo bestimmen könnnen also bei einem faulen Pferd wird dann ebend durchpariert und laaaaaangsam geritten. Hier muss man drauf achten das am Anfang nicht nur kurz langsam gemacht wird sondern längere Phasen.

Horsenality – LBI

Vor längerer Zeit habe ich hier schon mal die Horsenality LBE (Leftbrain extrovert) an Hand meines Pferdes Murphy vorgestellt ( Artikel ).

Heute möchte ich euch den Charakter LBI (left brain introvert) vorstellen anhand unseres neuen Tinker Simon dem Pferd meiner Frau Anja. Simon ist jetzt 4,5 Jahre jung und Wallach.

Vorab sein momentanes Chart (klicken zum Vergrössern):

Simon ist relativ typisch für einen LBI. Er wendet ungern unnötige Energie auf, ist sehr futterorientiert, sehr pushy und sehr nah am Menschen dran. Menschen werden sofort nach Futter durchsucht.

Schaut man auf seine Hinterhand, weicht diese schnell. Im Gegenzug wird bei ihm alles auf der Vorhand schwer. Weichen der Vorhand ist nicht sein Plan auch Rückwärts weichen nicht.

 

Anfangs war seine Idee grundsätzlich über die Schulter in den Wirkungskreis seines Menschen einzudringen. Mit vielen Vorhandübungen ist das mitlerweile besser geworden, benötigt aber noch Arbeit und Zeit.

Motivieren kann man ihn und allgemein diese Pferde über Leckerlies und Komfort. LBI’s fragen immer was ist drin für mich. Je weniger man fragt je mehr bietet er an. Hat man das verstanden kommt man auch gut voran.

Im Gelände ist Simon entsprechend seiner Horsenality unerschrocken, mutig und sogar mit go ausgestattet. Das macht diese Pferde zu den perfekten Freizeitpartnern, sie gehen allgemein gern raus und das kann man ihnen wirklich ansehen. Aber auch im Gelände gilt ‚whats in for me‘.  Nicht selten endet es dann in Grasdiskussionen. Einigt man sich darauf das man Pausen macht in denen auch gegrast wird ist seine Willigkeit beim Reiten grösser.

Simon steht noch am Anfang in der Ausbildung und arbeitet jetzt im Level1 nach PNH. Seine Entwicklung werde ich hier weiterhin bloggen und hoffe auf spannende Zeiten.

machs mit savvy

letztens wurde ich gefragt was ist eigentlich dieses komische Wort Savvy im Parelli System.

Huii ein Wort welches man ständig im PNH nutzt und was so selbstverständlich geworden ist das man nicht mehr viel drüber nachdenkt.

Zum einen gibt es verschiedene Savvys und ein Levelsystem. Um es kurz zu machen hier mal die Ladder dazu:

Level 1       Savvy : On line (spielen am kurzen Seil)

Level 2       Savvy: freestyle (reiten mit knotenhalfter ohne Kontakt) und On line

Level 3      Savvy: On line – freestyle – Liberty (freie Bodenarbeit)

Level 4     Savvy: On Line – freestyle – Liberty – Finesse (Reiten mit Kontakt)

Die einzelnen Savvys sind also : on line – freestyle – liberty – finesse

Zusammen genommen beschreibt das Level und das Savvy den Erfahrungsgrad des PNH Studenten.

Je mehr savvy man hat je mehr macht man die Dinge auch mit ’savvy‘ daher ist es gerade einem Einsteiger erstmal schwer zu erklären wenn er fragt : ‚Wie halfter ich denn mit savvy‘. Es gehört Einstellung, Technik, Verständnis, die liebe zum Pferd, Leaderhip, language etc.. dazu  und savvy entwickelt sich. Um trotzdem auf die Frage einzugehen, ein Pferd halfter ich mit Savvy in dem es sich mir freiwillig zuwendet in leichter lateraler Halsbiegung oder mit gesenktem Kopf aus dem Sitzen heraus ohne Zerren – reissen oder ziehen. Aber in wirklichkeit ist es ebend noch so viel mehr…

Von Gras zu Gras

Sommer, das Wetter wird immer schöner (Hoffnung) und das Wetter lädt ein zum tollen ausgiebigen Geländeausritt. Eines der grossen Probleme vieler Reiter ist das ziehen zum Gras. Ich selber kenne das sehr gut da ich ein Pferd habe was immer Grasfixiert war und sich extrem aufgespult hat wenns kein Gras beim Ausritt gab. Ich kam aber durch das verbieten des Grasens nie viel weiter. Da war guter Rat teuer denn so ging es nicht weiter da das Problem ebend durch Verbot nicht kleiner sondern grösser wurde.

Zugleich erinnerte ich mich an eine der Grundsätze von Mark Rashid „kämpfe nicht gegen dein Pferd“. Kämpfen mit über 600 kg Lebendgewicht ist eh schon keine schlaue Idee, da man in der Regel verliert. Spass macht es auch nicht und einem guten Partnership steht es auch im Wege.

Ganz lessifär ranzugehen ist auch keine gute Idee da wir dann wohl nicht von der Stelle kommen würden. Die Idee war also ganz anders. Wir drehten etwas am eigentlichen Problem und schauten uns die Sicht des Pferdes genauer an. Es gibt keinen rationalen Grund an einer tollen Wiese NICHT zu fressen wenn man Pferd wäre aber vielleicht kann man sich damit abfinden wenn es Abmachungen zum Grasen gibt.

Wir haben zunächst viel Point to Point auf dem Reitplatz geritten und auch am Boden gespielt. Beim Point to Point geht man wie der Name schon sagt von einem Punkt zum nächsten und man sorgt dafür das man ankommt. Zur besseren Orientierung kann man Hütchen etc.. verwenden. Zunächst gibt es an jedem POINT eine Pause. Später an jedem 2. POINT usw…. Das Prinzip wurde schnell verstanden und später habe ich das selbe einfach auf unsere Grassituation übertragen und aus dem Point to Point ein Gras to Gras gemacht. Das Ergebnis ist schön, denn zum einen haben wir weniger bis garkeine Diskussionen mehr ums Gras und mein Pferd ist aufmerksamer da es ja den Point mit dem Gras jaaa nicht zu verpassen.

Rick Gore Horsemanship

Wer mich kennt weiss das ich nach Parelli arbeite aber ebend auch gern mit offenen Augen durchs Leben gehe. Natural Horsemanship ist ebend nicht nur die EINE Technik es geht um viel mehr und dazu gehört die Bildung einer eigenen Meinung. Diese kann man nicht aus einem Topf beziehen man sollte sich viele Dinge anschauen und filtern. Auf meinen Reisen durchs weltweite Web stolperte ich letztens über die Webseite http://www.thinklikeahorse.org/ von Rick Gore.

Rick ist ein ‚gute Laune Mensch‘ und das überträgt er schonmal in den Videos die er über viele Themen zusammengestellt hat. Da wären wir auch an einem Punkt den ich hier besonders herausstellen möchte. Er hat zur Zeit ca. 450!!!! Videos online gestellt über wirklich alles mögliche, wie z.B. one rein stop, Hufbearbeitung, Sensibilisierung, Knotenkunde etc… diese Videos sind nicht wie bei vielen anderen nur über einen Club oder Mitgliedschaft oder DVD erreichbar, man kann sie kostenlos ansehen. Wer mag kann Rick als Dankeschön auf seiner Seite über einen Paypal Button etwas spenden.

Genial finde ich auch die vielen kleinen ‚Horsemanship Tipps‚ zum Nachlesen hier ist viel Inspiration zu finden.

Natural go forward

Da ich mich gerade verstärkt mit dem PNH Freestyle beschäftige und genau wie am Boden mit dem Pferd auch beim reiten gerecht umgehen möchte hab ich mir nochmal das System des „losreitens“ genauer angeschaut. Wie bringe ich die 4 Phasen unter um verständlich für das Pferd zu sein? Wie schaffe ich eine nette aber kalkulierbare Umgebung.

Zunächst ist etwas Vorarbeit nötig am eigenen Körper. Parelli nennt es bring up your life. Ich habe lange daran gearbeitet. Es geht darum sich selber in eine Neutrale Position zu bringen das kann man schon sehr gut auf einem  Stuhl üben oder auch im Stehen. Aus dem Neutral sein heraus gehe ich ein paar Schritte und merke mir die benötigte Energie und den Fokus auf ein Ziel. Beim nächsten mal versuche ich genau diese Energie und den Fokus in meinen Körper aufsteigen zu lassen ohne wirklich loszugehen. Exakt diese Energie und nicht mehr sollte später auf dem Pferd notwendig sein um in den Schritt zu wechseln. Selbiges übt man natürlich auch mit mehr Energie für die Gangart Trab und Galopp.

Der Clou, die Essenz dabei ist sich wirklich zu merken wie fühlt sich diese Energie an wie schmeisse ich die in den Mittelpunkt des Körpers. Wie schon gesagt es hilft das ohne Pferd vorerst mal zu üben und zu verinnerlichen.

Nun ist der Idealfall das man ‚Leben‘ in seinen Körper bringt und das Pferd diesem Gefühl folgt, denn letztlich ist es nichts anderes als einem Gefühl, einem Aufruf zu folgen. Ich gehe los du auch… das wird auch so kommen, an meinem Pferd sehe ich die Veränderung seit ich das wirklich konsequent so mache.  Trotz allem kann es sein das Pferd mal anderer Meinung ist als wir und wir dem Vorschlag loszugehen die Bitte und die Aufforderung hinzufügen müssen. Wie alles besteht auch dies aus 4 Phasen:

1. Wie obe beschrieben bringe Leben in deinen Körper und fokusiere dein Ziel wo du hin möchtest

2. in Phase 2 versuche ich mit den Beinen deutlicher zu werden und abwechselnd die Fersen schwer zu machen und dabei die Zehen anziehen und entlasten, kommt das nicht an mache ich damit einfach weiter und gehe in Phase 3

3. Phase 3 ist ein Driving game, man wedelt mit den Zügeln um seine eigene Schulter dies geschieht hinter der Driving line des Pferdes und wird schon sehr deutlich.

4. Phase 4 hier erhöhe ich das schlagen der Zügel deutlich und lasse sie länger werden bis sie hinter mir sind und  fast das Hinterteil des Pferdes berühren.

Wichtig, wenn das Pferd losgeht z.B. in Phase 3 sofort aufhören mit dem Zügel zu wedeln, neurtral werden und nur noch mit Focus MIT dem Pferd in einklang losgehen. Bei dieser Übung nie ungeduldig werden z.B. wenn das Pferd anhält, alles wieder auf 0 fahren – neutral – Bringe Leben in deinen körper und beginne neu zu fragen. Lobe jeden schritt. Bei den Phasen ist es NIE notwendig das Pferd mit den Hacken zu treten – mit den Zügeln zu schlagen oder mit der Gerte zu klapsen, genau dann wird das Pferd es nicht mehr verstehen und einige Kandidaten reagieren dann mit Buckeln, Steigen oder gar Durchgehen und das zu Recht.

Reiterurlaub beim Habereder

Zurück vom Reiturlaub! Eine wirklich unvergessliche Zeit war das im bayrischen Wald.

Traumpferd Bolero
Traumpferd Bolero

Wir hatten eine Woche Erlebnisreiterwoche beim Habereder in Riggerding gebucht und können allen die gern Wanderreiten diesen Ort wirklich weiterempfehlen. Sepp, der Hofbetreiber sagte dort mal Ihr kommt als Gäste und geht als Freunde und genau so wird man dort aufgenommen. Schon am ersten Tag fühlten wir uns wohl und hatten schnell Anschluss zu gleichgesinnten gefunden, die alle mit dem selben Ziel wie wir dort waren dem Reiten auf tollen Pferden durch den Bayrischen Wald.

Natürlich waren die Pferde der Mittelpunkt und die waren einfach super. Hier werden die Pferde, übrigens an die 60 Andalusier in gesunder Offenstallhaltung untergebracht mit einem riesigen Auslauf und grossen Weiden. Daneben findet man noch Hochlandrinder. Das Reiten auf diesen feinen Pferden war wirklich klasse. Man trifft beim Sepp keine verrittenen oder triebigen Pferde, sondern Pferde die immer noch sehr fein an den Hilfen stehen. Hier findet wirklich jeder sein Wanderreitpferd für einen tollen Urlaub.  Ich denke da an ein Pferd wie Carinossa, die sehr auf ihren Reiter aufpasst und auch ängstliche Reiter wieder zurück zum Stall bringt oder den tollen Colorado den ich meist geritten bin, der noch jung ist und gerade lernt seine Schreckhaftigkeit zu verlieren. Ein Bolero den ich am Anfang geritten bin der so fein über die Wege gleitet das man fast vergisst zu würdigen wie Trittsicher er ist. Reiterurlaub beim Habereder weiterlesen