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Produkttest Ortlieb Packtaschen

Wer mit seinem Pferd lange Wanderritte machen möchte benötigt einige Dinge die er mitnehmen möchte. Da ich mir vor kurzem die Pferdepacktaschen von Ortlieb gekauft habe möchte ich euch diese etwas genauer vorstellen.

Ortlieb Packtaschen für Pferde
Ortlieb Packtaschen für Pferde

Wer Packtaschen für Wanderritte sucht steht erstmal vor der Qual der Wahl. Es gibt viele unterschiedliche Taschen von div. Herstellern. Mir waren 2 Dinge wichtig, zum einen sollten Sie Wasserabweisend und robust sein und zum anderen leichtes gewicht und einfache Handhabung bieten.

Von der Optik gefallen mir die Ledertaschen von Comancheros am Besten nur ist gerade weiches Leder wie sie Comancheros verwendet nicht immer die beste Lösung wenn es mal Regnet zu dem ist Leder ebend auch vom Gewicht meist schwerer. In div. Wanderreitcommuntys werden immer wieder die Packtaschen vom Outdoor Hersteller Ortlieb positiv bewertet, daher fiel auch meine Wahl auf dieses Packtaschensystem.

Gewicht/Masse:

Höhe:40 cm Breite:25 cm Tiefe:14 cm Gewicht:1620 g Volumen:30 L Ortlieb gibt an pro Tasche können etwa 8 kg Gewicht transportiert werden, also gesamt 16 kg auf beiden Taschen verteilt. Wichtig ist auch bei weniger mitzuführendes Gewicht das beide Seiten mit gleichem Gewicht bepackt sind. Die Seiten beider Taschen sind mit hochwertigen 3M Scotch Reflektoren bestückt, diese reflektieren im dunkeln das Scheinwerferlicht heranfahrender Autos, diese Option habe ich bei keinen anderen Packtaschen gesehen, dafür schonmal einen extra Stern für Sicherheit.

Material/Verarbeitung
Die Taschen sind PVC Frei aus einem speziellen Outdoormaterial welches der IP64 Norm entspricht also Spritzwasser aus allen Richtungen abweisend und Staubdicht. Zu dem ist im Innenbereich ein Schneefang mit Kordelzug angebracht. Die Nähte sind Wasserdicht verschweißt. Auf den Hinterseiten der Taschen sind Schaumplatten befestigt (auch abnehmbar) welche für Festigkeit sorgen und das Scheuern am Pferd verhindern sollen. Trotz allem sollte man unter den Packtaschen einen geeigneten Schutz befestigen, hierfür kann man einen Woillach oder eine andere Satteldecke nehmen die den Bereich der Taschen entsprechend abpolstert oder ein Lammfell direkt an die Hinterseiten mit Klettband befestigen.

Befestigungen
Zum Befestigen am Sattel ist eine Menge an Gurtmaterial (auch ein Bauchgurt) mit Klicksytem dabei. Hat man die Gegenstücke einmal am Sattel angebracht ist das eine feine Sache da man in den Pausen oder am Ende eines Rittes beide Taschen mittels des Klicksystems einfach ausklinken kann und praktischer Weise haben beide Taschen im oberen Bereich einen Griff aus Gurtband so das man sie wie 2 kleine Sporttaschen tragen kann. Es sind auch schon Gurte und Befestigungsmöglichkeiten enthalten mit denen man das Rack Pack direkt an den Taschen verbinden kann. Das Rackpack ist eine sinnvolle Erweiterung für lange Wanderritte, dies wird ähnlich wie eine Bananentasche über den Seitentaschen hinter dem Sattel getragen. Falls ich mir das Rack Pack noch kaufe werde ich darüber später auch einen Test schreiben. Momentan reichen mir die Ortlieb Packtaschen. Eine Besonderheit die ich auch bei keinen anderen Packtaschen finden konnte sind die Komprimierungsgurte. Wenn man die Taschen nicht vollgestopft hat auf einem kleineren Ritt kann man mit den Komprimiergurten die Taschen etwas ‚zusammenziehen‘ um unangenehmes Gehoppel in den Taschen zu vermeiden. Man merkt an diesen ganzen Details der Hersteller hat sich hier wirklich Gedanken gemacht was wir Reiter benötigen. Die übliche Befestigung so wie sie von Ortlieb vorgeschlagen wird finde ich allerdings nicht so gut. Hier wird ein X förmiger Gurt mitgeliefert an dessen 4 Enden dann jeweils ein Gurtstecker ist wo die Taschen eingehongen werden, man legt das X also über das Cantle des Sattels und damit für meinen Geschmack zu weit hinten (man bedenke nichts sollte in richtung 18. bzw. über den 18. Lendenwirbel belasten). Das ist aber kein grosses Problem, ich habe etwas geforscht wie andere das Problem gelöst haben und die Lösung dazu schnell gefunden. die 4 Stecker vom X abschneiden und einfach mit zusätzlichen Sattelbefestigungen z.B. D-Ringen so an den Sattel anbringen das man die Taschen weiter nach nach vorn und mehr unter das Reitergewicht bekommt.

Taschen am Sattel
Taschen am Sattel

Wer vor dem Kauf gern in die Anleitung von Ortlieb schauen möchte kann dies auf der Webseite von Ortlieb im onlinePDF  <– tun. Zum Produkt auf der Herstellerseite hier entlang –> Ortlieb Packtaschen

Preis
Der UVP des Herstellers liegt bei 139 Euro und ist sein Geld auf jeden Fall Wert, wenn man etwas im Internet forscht bekommt man sie bei einigen Händlern auch mal im Angebot für 125 Euro.

Mein Fazit: Ich bin mit Gewicht, Schutz, Befestigungsmöglichkeiten, Volumen, Stabilität und Erweiterbarkeit sehr zufrieden und kann diese Taschen bedenkenlos jedem Gelände/Wanderreiter empfehlen.

Wanderritt Teil 4 (offline)

Eigentlich sollte Teil 4 ja der letzte Teil werden aber eine Sache ist mir noch eingefallen die ich hier noch einreihen möchte. Das Thema OFFLINE!
Kein Netz kein Datenempfang und die Akkus sind leer?? Ja auch über diesen Umstand sollte man sich Gedanken machen. Auf einem längeren Ritt kann es passieren das einfach kein Strom mehr im Akku ist. Gerade wenn man sich auf ein Smartphone verlässt und darüber die Route abliest. Smartphones im Dauer GPS Betrieb welche auch noch Daten aus dem Netz holen sind schneller leer als man sich das wünscht.

Ein paar Tipps dazu:
Zum einen natürlich den Akku vor dem Ritt auf maximum 100% aufladen. Vibration bei Tastendruck abschalten, Apps wie Komoot bieten die Möglichkeit das Kartenmaterial vor dem Ritt auf das Gerät zu übertragen, das spart unnötige Datenverbindunge und nicht zu letzt ebend auch Strom. Bilder mit einer Digicam machen und nicht mit dem Phone. Unnötige Dienste auf dem Telefon beenden. In Gebieten die schlechten Empfang haben die Verbindungsart von automatisch auf gprs runterstellen so sucht das Telefon nicht ständig LTE oder UMTS was es vielleicht in dem
Gebiet eh nie finden wird (spart richtig Strom). Display nur anschalten wenns wirklich benötigt wird danach sofort
ausschalten.

powerbank

Sollte sich der Akku trotz all der Ratschläge dem Ende neigen kann man eine Powerbank mitnehmen, dies sind im Prinzip mobile Stromversorger mit einem grossen Akku und einem usb port an dem man das Telefon anschliessen kann und so die Laufzeit stark erhöht, je nach Modell bis zu 5 mal.

Statt des smartphones kann man auch GPS Geräte z.B. von Garmin verwenden, wie z.B. das Garmin Oregon, diese Geräte halten
deutlich länger als Telefone und sind im Display besser ablesbar bei Sonnenlicht, aber auch nicht gerade günstig. Für spätere Unternehmungen überlege ich mir das sicher auch noch, vorerst reicht mir aber die Smartphone Variante mit der Komoot APP.

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laminierte Karten selbstgemacht

Nun kann aber auch trotz guter Vorbereitung dennoch die Technik versagen z.B. wenn das Gerät einfach den Geist aufgibt oder runterfällt. Es sollten deshalb auf jeden Fall Kompass und Karte dabei sein. In vielen Gebieten findet man schon fertige Karten über den Buchhandel, hier sollte man immer zu den laminierten greifen da diese Wasserfest sind und auch bei Regen lässt sich ein Blick drauf werfen.
Mich stört an fertigen Karten allerdings dieses Gefalte, daher habe ich am PC die Ausschnitte einfach mit einem snipping tool in Bilder
verwandelt und nummeriert ausgedruckt, danach dann mit einem Laminiergerät laminiert und somit hab ich meine eigenen ganz speziellen Karten für einen bestimmten Ritt. Die Karten kommen dann noch in eine Wetterfeste Kartentasche und werden ans Sattelhorn gebunden.

Nun das war dann wirklich der ‚vorletzte‘ Teil zum Wanderrit und wir freuen uns auf den 4. Juni wo es dann endlich losgeht.

unBRANDED der Film

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4 Cowboys mit 16 Mustangs 3000 Meilen durch Amerika reiten und einen Film machen. So war der Plan dieses Projektes. Klingt crazy?

Kein Geld und keine Filmerfahrung machten die Sache nicht einfacher. Wozu gibt es Kickstarter, eine crowdfunding Plattform auf der man ein Projekt vorstellt, eine Summe vorgibt und um Investoren wirbt. Angestrebt wurden 150000 USD in 45 Tagen. Schon vor Ablauf der zeit hatte man das Ziel erreicht und am Ende waren es über 170000 USD. Der Vorteil an so einem Projekt ist die Freiheit das zu verwirklichen was man sich vorstellt. Die grossen Filmgesellschaften hätten junkfood draus gemacht und den 4 Freunden ganz sicher wenig Freiheiten geschweige Mitspracherecht gelassen.

So konnte die Reise starten 3000 Meilen von Mexico bis Canada durch die Wildnis. Sie trainierten 16 Mustangs für diesen Ritt. Mustangs kennen die Wildnis, sind robust und Trittsicher. Nur keines der Pferde war ein Pack- oder Reitpferd also mussten sie noch für das Abenteuer trainiert werden.

Es wurde wohl eines der grössten Abenteuer unserer Zeit mit Pferden, autentisch mit einer Portion Wahnsinn gemischt ritten sie tatsächlich 3000 Meilen.

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Einer der grossen supporter des Films wurde auch die Mustang Heritage Foundation um auf die Situtation der freilebenden Mustangs aufmerksam zu machen.
Jedes Jahr werden die Bestände kontrolliert und tausende Mustangs werden getötet oder ebend durch die „Mustang Heritage Foundation“ als zukünftige Reitpferde vermittelt.

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Am Ende ist ein Film entstanden und ein Buch. Das Buch gibt es bereits zu bestellen, der Film startet am 25. April auf dem Hot Docs Film Festival in Toronto Kanada seine Premiere und wie mir die macher mitteilten ist man bemüht ihn auch nach Deutschland zu bekommen. Ob das im Kino oder nur als DVD sein wird steht noch nicht fest.

Aktuelle Infos erhaltet ihr auch auf der Projekt Seite:

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Ich freue mich schon wahnsinnig auf den Film und werde mir ganz sicher auch das Buch bestellen. Endlich ein Pferdefilm der autentisch ist, Abenteuer pur und keine Pink girl story

Hier schon ein kleiner Vorgeschmack mit dem Trailer:

Unbranded Trailer from Unbranded The Film on Vimeo.

und hier noch der Buch tailer

Unbranded Book Trailer from Unbranded The Film on Vimeo.

Gebisslos

In Deutschland darf man ausserhalb des Hofes nicht ohne Gebiss reiten, so oder ähnlich schreien es die Vögel von den Dächern. Es ist gefährlich gestzeswidrig und überhaupt dumm.

Entschuldigung das ich manchmal etwas emotional werde bei diesem Thema aber langsam reicht mir dieser schlechte Ohrwurm einfach.

Scheinbar nimmt man uns Gebisslos Reiter immer noch nicht wahr und möchte Tatsachen am liebsten unter den Tisch kehren. Jede noch so dreiste Lüge ist willkommen. Vor allem unwissenden Reitern die noch mit Trense reiten und zum Wohl ihres Pferdes über eine gebisslose Zäumung nachdenken werden präzise mit schlechten Informationen gefüttert um den Gedanken schnell zu beenden.

Das erste Argument ist immer:
Du bist gebisslos nicht versichert.
So stumpf wie die Aussage ist, genau so wertvoll ist sie. Bei meinen Anrufen bei mehreren gängigen Versicherungen habe ich keine Versicherung dabei gehabt die gebissloses Reiten nicht Versichert. Bei fast allen ist dies im Standardtarif enthalten. Eine Mitarbeiterin einer Versicherung sagte mir sogar sie sei selbst gebisslos unterwegs und auf Grund der Schäden hätten sie festgestellt es gibt auch keinen besonderen Grund gebisslos Reiter anders einzustufen eher das Gegenteil sei der Fall.
Jeder kann diese Anrufe bei seiner eigenen Versicherung tätigen und nachfragen und sollte wirklich eine Versicherung dabei sein die das nicht kann ist der Wechsel nicht schwer. Auswahl an Versicherungen die gebisslos versichert ist reichlich vorhanden.

Das 2. Argument was man zu hören bekommt ist es sei gesetzlich nicht erlaubt.
Ist das so?
Wenn ich mich ausserhalb von privaten Gelände mit meinem Pferd bewege gilt meist die StVO (Straßenverkehrsordnung), in dieser stehen 2 wesentliche Dinge zum Reiten.
1. Der Reiter muss eine geeignete Person sein.
2. Der Reiter muß eine ausreichende Einwirkung auf das Pferd habe

Nun denn ich reite nicht nur sondern halte meine Pferde in Eigenregie und bin seid Jahren unfallfrei im Gelände mit Pferd unterwegs. Ich bilde mich regelmäßig weiter und versuche nach besten Gewissen dass reiten zu verbessern und nicht nur Reiter sondern auch ein guter Pferdemensch zu sein. Ich bin Erwachsen und Vater. Ja ich halte mich für eine geeignete Person.

Punkt 2 die ausreichende Einwirkung. Hier wird es für viele schwierig. Ich probier es mal für mich zu beantworten. Da steht nicht mit einem Gebiss Schmerzen androhen und im Zweifel durchführen. Zweifels ohne ist ein Gebiss mit winkelung und Zugkraft dazu in der Lage und manch ein gebrochenes Pferd reagiert darauf sehr gut. Wenn das gemeint ist mit ausreichender Einwirkung dann bitte sprecht es aus und erzählt keine Geschichten aus 1000 und einer Nacht. Jeder Pferdemensch weiss es doch besser ein Pferd was Charakter stark ist und dazu in Panik durchgeht kann im Zweifel auch mit einer Motorrad Kette durchs Maul nicht zurück gehalten werden oder warum meint ihr passieren am laufenden Band Unfälle solcher Art auch mit Gebissen? Ein Pferd lässt sich mit Ruhe einem guten Sitz, Wissen und Vertrauen zurückhalten. Die Zäumung ist / sollte dabei den kleinsten Teil bilden.

Weiter in den Gesetzen ohne euch mit Paragraphen zu belästigen.
In Deutschland gibt es für alles was im StVO benutzt wird Regeln. Eine ist unumgänglich gewisse Teile benötigen TÜV andere müssen deutlich gekennzeichnet werden ‚darf im öffentlichen Straßenverkehr nicht benutzt werden‘.
Ich reite mit Natural Hackamore, Bosal und manchmal mit bitless bridle. Eines haben diese 3 gebisslosen Zäumungen gemeinsam, sie wurden in Deutschland ohne einen Warnhinweis verkauft. Ich muss also davon ausgehen das sie da sie im Pferde Fachhandel gekauft wurden tauglich und zugelassen sind.

Weitere Gesetze die Hilfreich sind kann ich nicht finden.

Man sollte bis hier meinen das muss reichen und tatsächlich reicht das in den meisten Fällen auch.
Recherchiert man nach Referenz Fällen findet man über die Foren immer wieder die gleichen Fälle wie den Kaltblut Führer der gebisslos mit 3 Pferden unterwegs war. Wie waren aber die Umstände? War wirklich nur die Zäumung Ursache einer Verurteilung? Ich wage das zu bezweifeln.

Trotz allem kann gebisslos reiten im Strafrecht einen Unterschied machen. Der Richter hat bei einem Prozess meist wenn er nicht selber Reiter ist keine Ahnung also holt er Experten als Gutachter die herausfinden sollen wie der Unfallhergang war. Auch hier muss nicht davon ausgegangen werden das dieser zu dem Schluß kommt die Zäumung war Schuld. Viel mehr ist es wichtig zu rekonstruieren ob Fahrlässigkeit, Alkohol, defekte Ausrüstung Schuld waren.
Einen höchst richterliches Urteil wurde in Bezug auf Gebisse übrigens nie gesprochen.

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Gebisslos reiten

Puhh ich habe es geschafft mir das von der Seele zu schreiben ohne die Worte FN oder VFD zu schreiben…
Nicht ganz. Wie sieht die Zukunft aus?
Es werden bestimmt noch einige Urteile und auch Fehlurteile gesprochen?

Lasst euch nicht einschüchtern. Rüttelt eure Verbände wach! Die FN und die VFD sind die beiden grossen Verbände. Die FN ist meist eher im Sport zu finden. Die VFD ist eher bei Freizeitreitern, Geländereitern und Wanderreitern zu finden.
Beide Verbände machen für meinen Geschmack zu viel Stimmung gegen uns Gebisslos Reiter. Glaubt man nur den Zahlen in den Facebook Gebisslos Gruppen mit Mitgliedszahlen über 10000 Reitern nur in einer der Gruppen in denen ich selber mitlese und schreibe wird schnell klar es kann nicht sein das wir in einer rechtlichen Grauzone reiten. Müssen wir uns von den bestehenden Verbänden trennen? Selber einen Verband gebisslos Reiter Deutschland Gründen? Ich denke zur Zeit noch nicht gerade bei der VFD habe ich doch viel nachdenkliche Mitglieder gesehen.

Denkt drüber nach. Ray Hunt würde sagen.

Think!

In dem Sinne allen ein unfallfreies Ostern mit den Pferden egal ob mit oder ohne Gebiss.

Wanderritt Teil 3 (Training)

Im 3. Teil geht es nun um das Training. Wir reiten im Juni unseren ersten Wanderritt, damit bleibt genug Zeit sich um das Training zu kümmern. Grundsätzlich ist es wichtig schon früh mit der Planung zu beginnen und dann auch mit dem Training zu starten. Es gibt nichts schlimmeres als ein unvorbereitetes Pferd UND ein unvorbereiteter Mensch. Aus dem Grund Spreche ich beim Training auch nicht vom Trainieren des Pferdes sondern vom gemeinsamen Training MIT dem Pferd.IMAG0781

Wichtig war mir herauszufinden WAS müssen wir denn überhaupt trainieren und WANN ist was dran damit wir später gut dabei sind. Meist wird hier nur an die Kondition gedacht aber es ist einiges mehr zu beachten. Auf einem Wanderritt begibt man sich und das Pferd in neue Situationen und nicht mehr nah am Stall. Wo wir hier auf unseren Tagestrails immer sehr nah am Stall sind herrscht eine viel grössere Sicherheit und selbst das hat man von der kleinen Dorfrunde bis zum Erkunden weiterer Strecken und neuen Wegen eigentlich trainiert.

Pausensituationen

In den Pausen möchte man auch mal etwas Essen und dabei nicht ständig den Strick das Pferd in der Hand haben. Das ist leider etwas was wir nie intensiv trainiert haben. Die Pferde sollen  in den Pausen wirklich „runter“ kommen und sich ausruhen und nicht Grasen sondern ruhen. Also habe ich schon im Winter damit angefangen die Pferde regelmässig mit einem Halsgurt kurz anzubinden so das sie sich nicht im Strick verfangen und das Warten lernen. Erst nur wenige Minuten und immer neben dem Pferd um notfalls zu helfen, dann das Pferd mal allein stehen lassen und sich entfernen. Sowohl das entfernen als auch die Dauer wird nach und nach erhöht. Das funktioniert schon richtig gut und wird jetzt auch auf unseren Ausritten ausserhalb des heimischen Stalls trainiert. Ein Wanderreitpferd sollte in der Lage sein mind. 1 Stunde an einer Pausesation angebunden zu stehen und zu ruhen.

Drüber – drunter – durch

Wer mit dem Parelli System vertraut ist kennt es als Squeeze game. Hier trainieren wir mit dem Pferd durch enge Passagen zu gehen über/unter Brücken zu gehen, verschieden Untergründe, an Autos IMAG0430vorbei etc… all das intensivieren wir nun noch etwas, Auf Autobahnbrücken ruhig stehen bleiben (friendly game), an Baumaschinen die am rumpeln sind vorbei oder auch mal stehen bleiben, durch lange Pfützen reiten durch Bäche reiten unter Ästen durchreiten. All das kann man reitend und auch führend trainieren. Wichtig ist so viel wie möglich reale Situationen einzubauen. Eine Raschelplane, Pylone etc… auf dem Platz sind ein guter Anfang, im Gelände wird das alles nur wenig hilfreich sein. Ganz wichtig ist es hier auch selber zu lernen, das Pferd benötigt für neue Dinge Zeit, der Mensch muss lernen dem Pferd auch zu vertrauen und ihm die Zeit die es braucht zu geben, ich stelle immer wieder fest wenn ich ’nur‘ helfe statt zu befehlen und das Pferd auch mal machen lass bekommt es die meisten Dinge viel nachhaltiger hin. Gerade im unwegsamen Gelände stellen sich unsere Vierbeiner schnell als Experten heraus, sie sind viel näher an der Natur dran als wir und haben die schärferen Sinne.

Wo bin ich

Karten lesen lernen, Kompass Navigation, GPS gestütze Routensysteme. Es gibt viele Möglichkeiten sich im Gelände zu orientieren je mehr man kennt um so besser.

Kondition

Grundsätzlich gilt für uns wir verlangen nichts unmögliches. Die erste Etappe werden 2 Tage mit je 30 km geritten danach Sternritte und am Ende 2 Tage Rückritt mit wieder jeweils 30km/Tag. Mein Anspruch an mich selber ist das MUSS nicht nur Pferd schaffen sondern ich auch! Wenn ich 30 km gehen kann, kann ich es von meinem Pferd auch erwarten. Tatsächlich sind 30 km für Pferde bei IMAG0704uns im flachen Land kein grosses Problem, wenn sie A Gesund sind und B darauf vorbereitet wurden. Im Gebirge gelten andere Regeln!! Da kann 15 km mit entsprechenden Steigungen den gleichen Trainingswert wie 30 km im Flachland haben. Für so ein Vorhaben muss auch nicht Monatelang auf Teufel komm raus koditioniert werden, aber ein rechtzeitiges intensiveres Training was langsam gesteigert wird ist notwendig. Wir nutzen jetzt mit dem meist noch schlechten Wetter eher die Zeit anbinden/Sicherheit/Desensibilisierung vorzubereiten und noch nicht für den intensiveren Koditionsaufbau. Dieser sollte etwa 8 Wochen vorher beginnen und ans Pferd angepasst aufgebaut werden. Ich würde mich davor hüten hier allgemein Gültige Regeln aufstellen zu wollen. Jedes Pferd ist anders und muss individuell trainiert werden. Ein paar Faustregeln gelten trotz allem. Ein Pferd hat in Ruhe (vor dem Ritt) einen Ruhepuls, diesen kann man messen. Im Training erhöht sich der Puls und man sollte wissen ab wo das Pferd schwierigkeiten bekommt und rechtzeitig den Puls im Schritt runterbringen. (Je schneller der Puls zurück zum Ruhepuls kommt, je Fitter ist das Pferd). Eine Besonderheit kann auch der Untergrund sein. Es hilft nicht viel  zu Wissen das man 30 km locker in seiner Umgebung reiten zu können. IMAG1054Wir werden einen grossen Teil der Strecke im Wald zurücklegen, das entspricht unseren normalen Trainingsbedingungen und einen grossen Teil in der Lüneburger Heide, das kennen unsere Pferde so nicht. Wir müssen uns im Traing also vorher schon mit tieferen Sand beschäftigen damit Gelenke und vor allem die Sehnen darauf vorbereitet sind. Die Belastung im weichen Sand ist etwas völlig anderes als Wald und Wiesenwege wie wir sie hier vor der Tür haben.

Im letzten Teil (nach unserem Wanderritt) werde ich über die Erlebnisse des Rittes berichten und hoffentlich einen schönen Wanderreitbericht mit tollen Fotos Schreiben. In der Zwiscchenzeit wird es vielleicht noch die eine oder andere Anekdote aus dem Training geben.

Wanderritt Teil 2 (Ausrüstung)

Im ersten Teil für unseren Wanderritt ging es um die Planung, der 2. Teil wird sich mit der Ausrüstung beschäftigen.
Ich habe lange hin und her überlegt was werden wir mitnehmen auf unserem Wanderritt.
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Da wir nur je eine Übernachtung auf der hin und später eine Übernachtung auf der Rücktour haben können wir
viele Dinge mit dem Auto am Urlaubsort schon deponieren und es ist sehr überschaubar was mit muss.
Für den ersten Wanderritt ist das auch gut so, denn es gilt Erfahrungen sammeln und nicht gleich 7 Tage Biwacken.
Jedes zusätzliche Teil wiegt etwas und letztlich muss das Pferd es tragen, von daher sollte man auch jedes Teil überdenken ob es wirklich notwendig ist. Eine ordnentliche Planung des Gepäcks geht immer davon aus zuerst alles FÜRS Pferd dann kommt die erste Hilfe und erst dann die eigenen Bedürfnisse.

Aus meinen Überlegungen ist dann eine Packliste geworden die ggf. erweitert werden kann aber ebend auch bei zukünftigen Ritten immer wieder als Basis zur Erinnerung um nichts zu vergessen vorliegen soll:

Packliste mit einigen Erklärungen:

Am Reiter:
-Handy (immer am Mann tragen, denn haut das Pferd ab nützt es am Pferd nichts)
-Messer (immer am Mann tragen, verheddert sich ein Pferd oder ähnliches sollte es griffbereit sein um z.B. ein Seil zu kappen)
-Geldbörse
-Sonnenbrille
-Feste Schuhe mit denen man reiten aber auch im schwierigen Gelände laufen kann, gerade auf langen Strecken wird man seinem Pferd
zu Liebe auch mal nur Führen.
-Feuerzeug

Am Pferd:
-Hinterpacktaschen (Zu den Packtaschen habe ich lange geforscht was dort Sinn macht, hier werden wir auf die Erfahrung von vielen Wanderreitern
zurückgreifen und die Packtaschen von Ortlieb nehmen. Diese sind gut zu befestigen durch ein Klicksystem schnell abnehmbar z.B. in den Pausen und sehr stabil wie auch Wasserdicht.)
-Horntaschen
-Woilach oder Satteldecke (unter die Hinterpacktaschen um Reibung am Pferd zu verhindern.)
-Abschwitzdecke für längere Pause
-Medipack (für Pferd und Reiter)
-Hufkratzer
-Wurzelbürste
-Offline Kartenmaterial (laminiert und Regengeschützt)
-Kompass
-Regenponcho
-Trinkflasche (Aluminium hält Getränk kühl)
-Elektrolyte für Pferd (bei Wärme wenns Pferd viel schwitzt)
-Falteimer (Dadurch erhöht man einfach die Möglichkeit sein Pferd zwischendurch zu tränken nicht an jeden Bach/Fluss kommt man mit Pferd ans Ufer)
-Sattelabdeckung für Pausen damit dieser nicht nass wird.
-Reparaturset (Lederbänder – Schnurband – Nadel – Klettband – etwas Draht)
-Highline für die Pausen zum Anbinden der Pferde
-Insekten Abwehr in der entsprechenden Jahreszeit
-Equidenpass (muss innerhalb 3Std. vorzeigbar sein also auf Wanderritten immer dabei)
-Pausensnack
-Sonnencreme
-Wechselwäsche
-Taschenlampe
-Liste mit Telefonnummern (Tierärzte etc.. falls das Handy ausfällt)
-Kamera oder/und actioncam für schöne Erinnerungen vom Ritt
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Beim Packen ist darauf zu achten, das das Gewicht gleichmässig so genau wie möglich auf beide seiten verteilt wird und das so gepackt wird das auch in schnelleren Gangarten nix hoppelt oder rumspringt im Gepäck. Hierfür gibt es Taschenwaagen die wirklich wenig wiegen und ggf. auch mitgenommen werden können um bei Abreise erneut zu kontrollieren.

Im nächsten Teil wird es dann um das Training gehen, was und wie müssen wir trainieren um uns und die Pferde optiomal auf einen Wanderritt vorzubereiten?

Vertrauen

Wie vertraut mein Pferd in kribbeligen Situationen? Was kann ich machen damit wir an einem gruseligen Bagger vorbeikommen?

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Eine Frage mit vielen Gesichtern immer wieder anders. Mal ist es der grosse Trecker, mal der Jogger in der Ferne, mal eine Fahne im Wind oder das Böse gelbe Auto.
Zum einen kann man mit Vertrauensübungen desensibilisieren, das kann Arbeit mit dem Flatterband sein, bunten Stangen, Plane oder Tonnen. Je konstruktiver und abwechslungsreicher man dies gestaltet um so mutiger wird das Pferd.
Trotz allem, man kann nicht jede Situation, die einem auf einem Geländeritt passiert trainieren. Das wichtigste ist das man mit sich selbst im Reinen ist. Ein gelbes Auto, ein Bagger am Straßenrand, ein Fahrradfahrer etc… Ist keine Gefahr und genau mit dieser Einstellung sollte man sein Pferd ehrlich und autentisch am Hindernis vorbei führen. Ruhig in den Bauch atmen, aufrecht sitzen bleiben den Blick auf den Weg und mit leichten Zügel ohne Zug drauf dran vorbei.
Die Zutaten bestehen also aus desensibilisieren, Kommunikation, Ehrlichkeit und einem Versprechen zu führen ohne einzubrechen.

Wanderreiter auf Tour

Ja auch der abgehärtetste Offenstallfan muss es einsehen momentan geht nicht viel. Es regnet und nach dem Regen ist vor dem Regen. Matschpaddocks, beschwerliche Arbeit beim Misten und Äppeln, die Tage sind kurz, nein viel zu kurz und man kommt nicht mehr wirklich oft zum Reiten in der Natur. Es werden wieder bessere Tage kommen, ganz bestimmt.

Warum dann nicht wenigstens etwas aus der Ferne und den langen Wanderwegen lesen? Die Jahreszeit bietet sich an und ich habe gerade das Buch Wanderreiter auf Tour 2 von Julia Spiegel gelesen und konnte mich etwas ablenken von dem ganzen Mistwetter und schon wieder von langen tollen Ritten träumen.

Das Buch ist von einer Wanderreiterin in den richtigen Worten ybMjAQAAQBAJgeschrieben, einfach nachvollziehbar unterhaltsam und zwischen den Zeilen entdeckt man das eine oder andere was man für seine eigenen Ritte berücksichtigen kann. Es ist kein Lehrbuch über das Wanderreiten oder eine Dokumentation wie stelle ich das an sondern eine Sammlung von ihren eigenen Wanderritte und Erfahrungen.  ich mag solche Erzählungen und es hat mich gut unterhalten. Ich habe es zum Preis von 12,90 EUR im Google play books Shop  erworben und auf dem Smartphone verschlungen. Wer es lieber in Papierform oder digitaler Form für den Kindle haben möchte findet es in beiden Formen auch auf Amazon.

Wer noch mehr Touren nachlesen möchte findet in einem weiteren Buch von Julia Spiegel weiteren Lesestoff, auch das Buch ist schon auf meiner Liste :

Wanderreiter auf Tour

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und aaaaaaction

paseo 76 copiaHeute möchte ich euch gern Diego Pelusas vorstellen. Ein spanischer Pferdeenthusiast der es auf Google plus und inzwischen auch schon in spanischen TV zu Zuschauerrekorden gebracht hat und das nicht ganz umsonst.

Aber von vorn Diego hat irgendwann angefangen uns alle mitzunehmen auf seinen trails mit den Pferden. Bewaffnet mit einer oder mehreren Achtion cams reitet er mit seinen Freunden durch eine atemberaubene Landschaft. Ein Ausreitgebiet wo wohl jeder etwas neidisch wird. Ob rasante Galopps am Mittelmeerstrand oder hoch in den Bergen über den Wolken. Morgenstimmung alte romanische Dörfer werden durchstreift und schnell vergisst man bei diesen fantastischen Bildern den Alltag und lässt sich für eine kurze Zeit mitnehmen.

Zudem beweist er immer wieder sein savvy im Umgang mit den Pferden, wie z.b. mit Arin dem 4 Jährigen, cool und sicher an freilaufenden Rindern vorbei, einem wilden Hengstpony was den Weg kreuzt, Schafen usw. Diego hilt dem Pferd wo es geht und lässt ihm die Zeit selber zu puzzeln. Grossartig!!!!!!

Ich möchte garnicht so viel schreiben da ihr euch selber ein Bild machen könnt. Lernt Diegos Welt am besten auf seinem youtubekanal kennen:

youtubechannel

Teils auch excl. Videos gibt es in seinem Google plus Profil wo er auch gern Auskunft über die Pferde etc.. gibt wenn jemand Fragen hat.

Diegeos G+ Seite

Eines meiner Lieblingsvideos breakin the foal, searching new paths mit dem jungen Arin:

 

Schaut mal rein in seinen Kanal, einfach super schön.

Die dunkle Zeit

VZqqEAB9LR-SQNGo2eIl3-Bjy6nUY3azFPMwtKMC4j0n=w1530-h865-noDie Tage sind spätestens nach der Zeitumstellung wieder sehr kurz und die Dämmerung bricht sehr früh herein.

Schnell endet der Ritt am Spätnachmittag in der Dunkelheit und dann ist es wichtig das andere Verkehrsteilnehmer uns frühzeitig deutlich erkennen können.
Ich Zitiere hier die VFD

„Die Vorschriften dazu sind eindeutig: Reiter/Innen müssen während der Dämmerung und bei Dunkelheit ausreichend beleuchtet sein (§ 1, § 17 StVO).
Vorgeschrieben ist eine nicht blendende, nach vorne und hinten gut sichtbare Leuchte mit weißem Licht (§ 28 StVO).
Besser ist die ebenfalls zulässige Stiefelleuchte (links). Es ist unbedingt zu empfehlen weitere Reflexartikel am Pferd anzubringen um die Sichtbarkeit zu verbessern.
Dann wird einem Autofahrer auch schneller bewusst was da vor ihm ist, denn es ist ein Unterschied ob es ein zügiges Fahrad oder ein breites langsames Pferd ist…“

Also damit die Unfälle ausbleiben bleibt fair im Verkehr, ausreichend beleuchtet und vorausschauend.
Mit diesem Tipp leute ich dann mal die Winterzeit ein und hoffe auf angenehmes Reitwetter auch in der dunklen Jahreszeit…