Barhuf

Vieles spricht dafür sein Pferd Barhuf laufen zu lassen. Kein freilebendes Pferd benötigt ein Eisen selbst in den Steinigen Regionen Australiens laufen tausende gesunde Barhufpferde täglich bis zu 80 km über Boden der nicht immer ideal ist. Der Huf hat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem ausgefeilten System entwickelt, das heute von Medizinern als gesamtes Organ beschrieben wird. Durch Eisen nimmt man dem Organ die Möglichkeit natürlich zu funktionieren. Der Hufmechanismus wird stark eingeschränkt und kann so keine optimale Durchblutung mehr gewährleisten. Vorteil davon ist der Mensch kann unsinnige Dinge mit dem Pferd veranstalten wie z.B. Pferde bis zu 8 Std. täglich durch die Innenstadt von Wien vor einer Kutsche laufen zu lassen. Ja das war von der Natur so nicht vorgesehen. Der Egoismus von Reitern und Kutschern treibt viele zu solchen Lösungen. Das Pferd wird hier zur Sache oder zum Dienstleister für den Menschen. Im Sport das Selbe, das Perd soll höher springen, schneller laufen und auf jedem Untergrund den Reiter tragen so lange der Mensch es ebend in seiner Disziplin benötigt.
Wir sollten darüber nachdenken was wir unseren Pferden zumuten und wo WIR abstriche machen können oder gar müssen. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit auf Ausritten auch mal zu führen und nicht stumpf nur zu Reiten. Routen lassen sich planen und müssen nicht zwangsläufig nur über Schotter und Asphalt laufen. Kommt dennoch mal eine unangenehme Strecke kann man absteigen und das Pferd vom Boden aus drüberführen. Gerade im Natural Horsemanship hat man vom Boden viele Ansätze die vom Boden gemacht werden können, wie z.B. das Führen aus verschiedenen Zonen üben oder touch it Spiele.

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Was mir im letzten Jahr besonders übel aufgestossen ist war aber die Tatsache das Halter von Barhufpferden zu Kunden 2.er Klasse werden. Die Hufschmiede hier bei uns in der Gegend nehmen für das Ausschneiden der Hufe durchschnittlich 28 Euro. Ein Pferd welches Eisen bekommt ist mit über 100 Euro für die Hufschmiede also viel interessanter. Genau aus diesem Grund scheint es immer wieder dazu zu kommen das Termine die mit dem Schmied gemacht werden nicht eingehalten werden. Schlimmer noch von 4 Hufschmieden die ich in den letzten 5 Jahren hatte gab es nicht einen der es je geschafft hätte pünktlich zum Termin zu kommen was noch zu verkraften wäre aber in 8 von 10 fällen kam garkeiner und ich stand mit den Pferden nicht selten da und habe gewartet. Wenn jemand jetzt denkt die haben bestimmt abgesagt: Fehlanzeige in fast allen Fällen habe ich hinterher Telefoniert und einen neuen Termin ausgemacht. Selbst solche Ersatztermine sind öfters nicht zu Stande gekommen.
Bei all dieser Dreistigkeit stösst mir dann besonders übel auf wenn sie dann da waren klagten sie gern das Leid der Schmiedezunft da ja nun immer mehr Barhufexperten auf den Markt kommen. Da sind jetzt plötzlich Hufpfleger, Huforthopäden und NHC Pfleger am Werk. Natürlich taugen die alle nichts.
Nun bin ich weg und habe mir eine sehr nette Barhufexpertin geholt. Unser Problemfall Lilly die letztes jahr einen 2. Reheschub hatte konnte schon einen Tag nachdem die Hufe von ihr gemacht wurden viel besser laufen. Kein Hufschmied mit seiner althergebrachten Nagelpflege konnte das mit so einem Ergebnis je herstellen, im Gegenteil meist lief sie die ersten Tage nach dem Ausschneiden noch schlechter als vorher da sie sehr fühlig war.
Für mich steht fest an die Hufe kommt kein Schmied mehr ran, zum einen betrachtet man unsere Barhufer als schlechtes Geschäft und zum Zweiten ist man nicht gewillt für dieses schlechte Geschäft auch noch Fortbildungen zu besuchen wo neueste Kenntnisse um den Barhuf vermittelt werden.
Wer sich näher über Barhufpfleger etc… informieren möchte findet hier Anlaufstellen:

http://www.huforthopaedie.org
http://www.vdhp.de
http://www.barhuf.com/
http://www.naturhuf.com/html/nhc-profis.html

5 Gedanken zu „Barhuf“

  1. Ich kann Dir da nicht uneingeschränkt zustimmen. Ich habe seit über 20 Jahre Pferde. Ich habe bei meinen polnischen Trakehnern und auch den Ponies niemals einen Hufschutz benötigt, jetzt allerdings habe ich u. a. eine inzwischen 9 jährige Trabermix Stute mit 4 schwarzen (!) Hufen, die absolut nicht ohne Hufschutz zurecht kommt. Wenn der Schmied kommt, findet er bei meiner Stute nichts zum Abschneiden, er kann nur die Form etwas korrigieren. Ich habe im Übrigen schon seit vielen Jahren den gleichen Schmied und er beschlägt bei anderen Kunden auch. Er hat mir als Alternative Hufschuhe empfohlen. Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert und bin bei Old Macs bzw. Cavallo Horseboots hängen geblieben. Mein Pferdchen ist mir dankbar, ohne Hufschutz ist sie sehr fühlig beim Reiten, wir haben allerdings Kalkmagerrasen, Muschelkalkböden und die Pferde sind solange im Jahr wie möglich draußen auf den Weiden. Sie sind den ganzen Tag in Bewegung. Ich habe die Erfahrung gemacht, es geht nicht bei jedem Pferd ohne Hufschutz. Wir haben einen Kaltblüter in der Herde, der nur gefahren wird und dann vorn Schuhe anzieht, aber der ist nur 1-2x pro Woche unterwegs. Wer professionell fährt, wird nicht ohne Beschlag auskommen, denn die Theorie, doch keine Schotterwege oder Asphalt mit der Kutsche zu benutzen, scheitert dann doch an der Realität, u.a. an den gesetzlichen Gegebenheiten. Dann müsstest Du das Fahren ganz abschaffen im Sinne des Tierschutzes, aber dann müssten wir grundsätzlich über das „Benutzen“ des Pferdes im Sinne des Tierschutzes diskutieren.

  2. Das Fahren im kommerziellen Sinne wie es z. B. In Wien stattfindet aber auch in vielen anderen Touristengebieten abschaffen? Ja wäre ich dafür hier findet systematische Ausbeutung statt. Hufschuhe finde ich grundsätzlich eine gute Idee, der Huf Mechanismus wird nicht all zu sehr eingeschränkt und man kann den Schutz steuern. Ich kann auf Waldwegen ohne und wenns mal über Schotter geht mit Schutz reiten. Auf der Weide oder dem Paddock darf Pferd wieder Barhufer sein.

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