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Buchtipp Die Wanderreiter-Akademie (Herbert Fischer)

Ich habe gerade das Buch
Die Wanderreiter-Akademie (Herbert Fischer) gelesen.

wanderreiter_akademie
wanderreiter_akademie

Herbert Fischer ist Autor und auch Gründer der deutschen Wanderreitakademie.
Das Buch ist ein guter Ratgeber für Einsteiger aber auch erfahrene Wanderreiter werden das eine oder andere auf die Reise mitnehmen.
Es ist keine Schritt für Schritt Anleitung (die wird es auch wo anders nicht geben).
Hier werden Packlisten diskutiert oder auch das ideale Wanderreitpferd, die Fischer-Dietz Methode mit 50 Punkten, um ein Pferd zu bewerten (spannend wenn gleich ich einiges anders sehe getreu dem Motto „kein Pferd hat die falsche Farbe“) aber es geht um Sicherheit und Objektivität für den Einsteiger und aus dieser Sicht kann ich die meisten der 50 Punkte sehr gut nachvollziehen.
Herbert Fischer bezeichnet sich im Buch als Generalist und dies wird ihm auch in seinem 2. Leben als Wanderreiter nachgesagt. Er führte vorher ein Unternehmen mit 800 Mitarbeitern und er weiss wovon er redet und kennt Ziele und Methoden. In der Wanderreitakademie sind Ausbildungsstufen bis hin zum Wanderritt Meister vorgesehen wo auch unternehmerische Qualitäten wie Rechnungsewesen Planung eines Wanderreitbetriebs, Menschenführung/Psychologie eine Rolle spielen.
Interessant sind die Ausführungen mit welcher Planungssicherheit große Ritte angegangen werden.
Man merkt schnell wo die eigenen Qualitäten verbessert werden können und müssen.
Sehr schön auch die unterschiedlichen Anekdoten / Geschichten von vergangenen Ritten, bei manchen muss man lachen bei manchen staunen. Und jedes mal nimmt man etwas mit, sei es nur eine neue Idee.
Einziges Manko wenn man es überhaupt so nennen kann ist das Produktplacement bei den Tipps zur Ausrüstung. Schnell merkt man, mit wem Herbert Fischer lange zusammenarbeitet und die Firma ****** kommt immer wieder vor, es fehlen dann Alternativen im Buch. Nun gut er geht von bester Ausrüstung aus und empfiehlt diese so, niemand ist frei davon ich habe gute Erfahrungen mit Ortlieb und kenne und nenne in diesen Bereichen auch keine Alternativen….

Das Buch ist lehrreich, spannend und manchmal auch etwas zum Träumen, mich hat es gepackt und es war an 2 Abenden durchgelesen. Wer etwas über die Wanderreiterei lesen möchte und nebenbei auch etwas lernen möchte ist hier richtig.

Achtung Feder Torgriffe

Wenn ich Produkte teste und hier etwas drüber schreibe dann meist nützliche Dinge von denen ich sehr überzeugt bin. Heute mal etwas anderes was mir wirklich wichtig ist.

Federtorgriff
Federtorgriff

Überall sehe ich diese Torgriffe mit den Spiralfedern, so auch bei uns. Praktisch im handling sind sie ja auf den ersten Blick. Schnell angebracht sind sie auch und beim öffnen eines Durchgangs kann man sie an die Seite hängen ohne das lange Litzen im Weg liegen da sich die Spiralfeder zusammen zieht. Bis hier ging das auch bei uns immer gut und ich hatte nie eine Veranlassung näher drüber nachzudenken. Bis… ja bis dann etwas passiert ist. Mein Pferd stand neben einem solchen Durchgangstor und war mit dem Schweif am schlagen, was besonders in dieser Jahreszeit bei den vielen Insekten häufiger vorkommt. Sein Schweif ist dabei direkt in eine Feder vom Torgriff geraten und hat sich darin verwunden, panisch lief er los und riss das gesamte Konstrukt aus den Befestigungen. Der Torgriff selber hat sich dabei sofort verabschiedet, die Feder sass zusammengezogen im Schweif und so galoppierte er einige Runden auf der Wiese bis er dann entschied doch mal zu mir zu kommen und ich ihm die Feder aus dem Schweif herauswinden konnte. Puhhh nichts passiert aber was wenn sowas passiert wenn niemand da ist… Meine Empfehlung, schnellstens diese Teile austauschen. Das Produkt ist nicht sicher genug.

Kennst du Pfridolin?

Pfridolin Pferd ...und ich dachte reiten kann man lernen...
Pfridolin Pferd …und ich dachte reiten kann man lernen…

Ich möchte euch kurz etwas von einem Pferd namens Pfridolin erzählen. Pfridolin hat zwei tolle Bücher geschrieben und mich zum lachen und manchmal auch zum nachdenken gebracht.

Pfridolin hat eine untalentierte Besitzerin die er liebevoll ‚die Frau‘ nennt. ‚Die Frau‘ hat auch eine Reitlehrerin die meistens auf Pfridolins Seite steht und aufpasst das ‚die Frau‘ nicht am Zügel zerrt und ihr auch ansonsten viele nützliche Dinge beibringt.

In vielen Kurzgeschichten erzählt uns Pfridolin von den Problemen als Freizeitpferd (Betonung auf Freizeit) mit einer Besitzerin die große Vorstellungen mit kleinem Talent hat. Ausritt mit Tinker ist so ein tolles Beispiel, wo ‚die Frau‘ ein Date zum Ausritt hat und so Sätze von sich gibt, wie z.B. gleich wird es Dunkel (so in 5 Std.) um sich davor zu drücken auch die einzige Wolke am sonst blauen Himmel ist ihr nicht ganz geheuer, ja auch Treckerfahrer fahren manchmal nur so zum Spass am Sonntag…

Zu allem Überfluss hat ‚die Frau‘ ein Faible für die farbe Rosa und allzeit die Schere Parat um dem armen Pfridolin die Mähne in einen 5 Stufen Zickzack Schnitt zu verwandeln, was so garnicht in Pfridolins Vorstellung passt, wäre er doch lieber ein langhaariger feuriger Spanier.

Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und viel gelacht. Das Buch …und ich dachte Reiten kann man lernen.. habe ich bereits gelesen und demnächst möchte ich natürlich auch Pfrdolins Tod im Misthaufen lesen. Für alle die Spaß verstehen und einfach kurzweilige tolle Geschichten zum lachen und auch mal zum selbstreflektieren mögen ist es ganz sicher einen Blick wert. Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen, die Bücher eignen sich auch als tolles Geschenk an die Stallzicken und Barnwitches.

 

 

Vorbereiten auf die Wanderreitsaison

Nachdem es nun ein wirklich schlechter Winter war mit wenig Kälte dafür aber viel Wasser und Matsch freuen wir uns auf den Frühling. Die Tage werden länger das Training für die kommenden längeren Ritte hat begonnen. Manchmal steht man dann da und weiss nicht
so recht was kann ich mit meinem Pferd trainieren?

Ich habe mal eine kleine Liste mit Ideen:

1 Kondition kommt durch die langsam immer grösser werdenden Ritte
2 friendly game in der Mitte auf Autobahnbrücken
3 Reiten durch Wasser (meiner findet es blöd und Simon würde sich am liebsten hinschmeißen und baden)
4 Weg verlassen und Beine heben über Stock und Stein
5 anbinden im Gelände
6 Aufstiegshilfe im Wald (alles kann eine Aufstiegshilfe sein, klappt es so wie auf dem Platz)
7 Reiten mit Ausrüstung (Taschen etc..)
8 Ein Pferd als Handpferd (für den Fall der Fälle)

Taschen am Sattel
Taschen am Sattel

 

 

 

D

 

Diese Liste wird wie unsere Liste „101 things we can do for winter“
101 things we can do for winter
sicher noch fortgesetzt
Wer interesse hat kann unter

Geländetraining

im natural-friends Forum gerne mitlesen oder auch eigene Ideen beisteuern.

In diesem Sinne:
„prior and proper preparation prevents P-poor performance“ (Pat Parelli)

Kringelreiter (Teil1) Schenkelweichen

Als Freizeitreiter tue mich oft schwer mir  Dressur Lektionen vom Ablauf zu merken und muss es mir immer mal wieder anschauen. Dressurlektionen bringen uns und das Pferd zu besserer Gymnastizierung, sauberenTakt und weicheren Bewegungsabläufen und natürlich einem selbst tragenderem Pferd.
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Ich werde von Zeit zu Zeit in der Kategorie Kringelreiter meine Notizen dazu Aufschreiben.
Gern könnt ihr Verbesserungen oder Fragen dazu in die Kommentare schreiben und einem Freizeitreiter
helfen Dressur zu verstehen 🙂

Eine der ersten gerittenen Lektionen ist das

Schenkelweichen

Bewegung:
Vom Prinzip verstehe ich das Schenkelweichen als Seitwärts- Vorwärtsbewegung in einem etwa 45 Grad Winkel. Damit gehört das Schenkelweichen nicht zu den echten Seitengängen.
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Silouette:
Der Kopf des Pferdes zeigt gegen die Laufrichtung und ist leicht gebogen.
Die Beine des Pferdes Kreuzen nicht, das Beinpaar in Bewegungsrichtung geht seitwärts das das andere Beinpaar vorwärts.

Die Zügel:
Weicht das Pferd dem rechten Schenkel ist der linke Zügel angenommen und fängt die Vorwärtsbewegung ab, der rechte Zügel gibt die Stellung, ist dabei nur leicht angenommen und hilft dem Pferd die richtige Stellung zu finden. (Helfen heisst NICHT ziehen oder zerren).

Die Beine:
Das Bein in der Bewegungsrichtung begrenzt und verhindert ein Ausbrechen der Schulter verwahrend am Gurt das andere Bein gibt eine treibende Hilfe für das Seitwärts.

Der Sitz:
Hier kann man sich streiten und ich finde es hängt davon ab wie bilde ich mein Pferd aus. Klassisch sitzt man leicht nach innen (das Pferd wird „weggeschoben“). Ich halte es aber grundsätzlich auch korrekt aussen zu sitzen (Das Pferd kommt mit und tritt unter den Reiter). Richtig oder falsch denke ich gibt es hier nicht nur wie versteht MEIN Pferd mich besser. Grundsätzlich falsch wird es wenn die eigene Hüfte einknickt, dann verdreht sich die Wirbelsäule und gibt komplett falsche Signale ans Pferd weiter (ich weiss das und muss immer wieder dran arbeiten).

Zweck des Schenkelweichens:

kräftigen der Hinterhand, gebogene Oberlinie, die Schulter frei machen. Damit ist es unter anderem auch eine gute vorbereitende Übung für anspruchsvolle Lektionen wie z.B. Galoppwechseln oder Pirouetten.

Gedanken dazu:
Schon bei dieser einfachen Übung merke ich wie viel man falsch machen kann, im falschen Winkel geritten, Beine kreuzen, Pferd läuft vorn weg, Hinterhand weicht aus, Schulter
bricht aus, Reiterhüfte knickt ein etc… daher ist es mir wichtig alles auf ein minimum an Abläufen zu reduzieren. Ich sehe es immer wieder das wie blöd getrieben und „geklopft“ wird oder am Zügel gezerrt wird, genau das will ich nicht, es bringt mich aus dem Gleichgewicht und stumpft das Pferd ab. Eine der Grundsätze im Horsemanship ist es ja das Micromanagement zu reduzieren, dem Pferd Verantwortung zu geben und es zum Mitdenken zu animieren. Ich kann also am Anfang durchaus etwas mehr treiben und mehr begrenzen um dem Pferd etwas zu zeigen aber wenn mein Pferd das verstanden hat möchte ich das es mitdenkt und ich gebe ihm den richtigen sitz eine leichte Stellung und versuche so wenig wie möglich zu „stören“ und mich eher auf meinen Part zu konzentrieren nämlich den Sitz. Richtung , Gangart halten werden zur Aufgabe des Pferdes. Ein wirklich guter Reiter kann diese Lektion wohl ausschliesslich über den Sitz reiten. Und schon haben wir ein Ziel und ein big picture wie es mal werden soll.

Produkt Test Hufschuh Easyboot RX

Hufschuhe sind eine gute oder sogar bessere Alternative zu Hufeisen. Aber auch für Barhufer die im Gelände sehr Fühlig sind eignen sich Hufschuhe sehr gut, das Pferd kann auf der Weide oder dem Auslauf Barhuf bleiben auch kleinere Ritte als Barhufer machen und auf längeren Ritten oder Ritten mit schwierigem Untergrund wie z.B. Schotter durch die Schuhe geschützt werden. Der Vorteil von Hufschuhen liegt auf der Hand:

  • man kann einen gesunden Barhufer auch als Barhufer erhalten.
  • Der Hufmechanismus wird kaum bis garnicht eingeschränkt
  • Durch einen funktionierenden Hufmechanismus ist die Durchblutung besser
  • Kreislauf und Herzfunktionen werden optimal unterstützt
  • Das Pferd MUSS nicht ständig einen Schutz tragen wie z.B. beim Eisen oder Duplos
  • Ein Hufschuh kann in besonderen Situationen schützen und danach entfernt werden

Ich habe noch relativ wenig Erfahrung mit Hufschuhen da unsere Pferde eigentlich komplett Barhuf laufen und auch auf grösseren Ritten gut klar kommen.

Unsere Lilly die einen Reheschub hatte benötigte nun aber Unterstützung.

Hufschuhe Easyboot Rx
Hufschuhe Easyboot Rx

Wir entschieden uns für den Hufschuh Easyboot RX. Der RX ist ein reiner Kranken und Therapieschuh und so wird er auch angeboten.

Er eignet sich also NICHT zum Reiten, spazierengehen ist damit kein Problem. In der Praxis hat sie den Schuh nicht einmal verloren auch auf sehr matschigen Boden nicht.

Der Easyboot RX hat eine dicke Sohle mit sehr viel Profil und Grip, das Pferd kann damit problemfrei auch auf unebenen Boden laufen und unsere Lilly ist gut zurecht gekommen.  Der Hersteller gibt an das der Schuh bei täglicher Kontrolle 24 Stunden dran bleiben kann, das können wir so auch bestätigen.

Sohle Easyboot Rx
Sohle Easyboot Rx

Im Packungsinhalt ist eine weiche Sohle mitgeliefert die gerade bei Rehe oder Lederhautentzündung eingelegt werden sollte, zusätzlich bietet der Hersteller auch zusätzliche Einlegsohlen in verschiedenen Stärken an. Wir konnten diese aus Styrodor auch selber herstellen.

Die Qualität wirkt nicht nur auf den ersten Blick hochwertig sie ist es auch. Wir hatten keinen nennenswerten Verschleiss in der Akut Rehephase.

Die Passform ist sehr gut und man kann den Schuh super anziehen, dazu öffnet man das Klettsystem und klappt die Hinterseite einfach um dann kann man den Schuh problemfrei über den Huf ziehen und danach einfach wieder hochklappen und das Klettsystem schliessen, fertig. Im Hufschuh ist zusätzlich auch eine Belüftung eingebaut.

Ein Tipp bei Hufrehe: Wir haben den Schuh bewusst eine Nummer grösser gekauft da wir eine Keilförmige Einlage mit einbauen mussten, das ging super und da der Schuh immer noch in gutem Zustand ist können wir ihn weiterverkaufen und nun einen Schuh fürs Laufen kaufen.

Einen Nachteil gibt es allerdings schon, wer diese Schuhe sehr lange braucht muss etwas aufpassen da die Schuhe über den Kronrand ragen und somit kann es auch Scheuerstellen geben das sollte man genau beobachten und ggf. täglich desinfizieren und mit einer Socke oder ähnlichem Unterstützen.

Den Schuh gibt es für folgende Masse:

Hufbreite Huflänge Größe
98–110 mm 106–117 mm 00
111–116 mm 118–124 mm 0
117–123 mm 125–130 mm 1
124–130 mm 131–140 mm 2
131–139 mm 141–150 mm 3
140–150 mm 151–163 mm 4
151–163 mm 164–174 mm 5
164–175 mm 175–188 mm 6
176–192 mm 189–195 mm 7

Mein Fazit als Kranken- und Therapieschuh oder auch für die Umstellung von Eisen auf Barhuf als Übergang ist der Schuh mit 79 Euro sein Geld wert und ich kann ihn weiterempfehlen.

weitere Infos bekommt ihr auch der Seite

Hufschuh coach wo ihr auch ein super Video findet in dem genau erklärt wird wie der Huf gemessen wird.

 

out of the wild

Mark Rashid
Mark Rashid

the hardes part of hitting bottom

is finding a way back up

but every man can

if he keeps his heart open

no matter the past

every good man deserves a second chance

it’s the spirit that keeps that chance alive

by Mark Rashid

 

Ich hab die Bücher von Mark Rashid verschlungen, sie gehören für mich zum Horsemanship dazu wie das Wasser zum Ozean. Nun ist es bald so weit Mark Rashids Buch out of the wild wird verfilmt. Mark ist selber Produzent und das ist mit Sicherheit ein Garant das alles so wird wie er es sich vorstellt.

Es geht in dem Film um Henry MCBride einem Mann der viel Schmerz ertragen musste und mit jedem Drink versucht die Vergangenheit zu vergessen. Mit seinen letzten Dollars landet er schliesslich bei Jessi King einer Frau die eine Gästeranch führt, eigentlich der letzte Ort wo ein richtiger Cowboy hin will. Jessi sieht den heruntergekommenen MCBride aber auch den Schmerz und erkennt die gute Seele in ihm und gibt ihm eine Chance bei ihr zu arbeiten.

Jessi zeigt ihm einen neuen Weg mit einem schwierigen Mustang zu arbeiten der Henry MCBride wohl sehr ähnlich ist und ihn spiegelt. Hier beginnt Henrys Reise in eine neue Zukunft, sich selbst zu entdecken, zu schätzen und zu akzeptieren.

Jessi wusste es wohl das diese beiden verlorenen Seelen sich gegenseitig brauchen und so zeigt der Film den Pfad von Henry und dem Mustang wie sie sich treffen.

Wer Mark kennt weiss worum es geht und ab hier können wir uns jetzt auf einen grossartigen Pferdefilm freuen. Auf facebook sieht man auf der movie Seite schon etwas von den Dreharbeiten und ich hoffe das es bald so weit sein wird. Das Buch kann man auf Amazon schon vorbestellen.


Out of the Wild: A Novel

Einen ersten offiziellen Trailer gibt es auch schon :

Die offizielle Seite zum Film findet ihr hier:

out of the wild movie

umgedrehte Psychologie

Vor kurzem habe ich mit einem Pferd an einem Problem gearbeitet was äusserst unschön ist.
Das Pferd hat die Strategie entwickelt wenn Druck in Zone 5 entsteht also hinter dem Pferd dann weiche nicht dem Druck sondern halte dagegen. Das ganze konnte ich innerhalb der Herde sehen und ebend auch beim Menschen. Das ganze kann extrem gefährlich werden und muss unbedingt bearbeitet werden.

Im Training war schnell festzustellen das schon geringster Druck zu einem opposition Reflex führte. Ich war etwas unsicher wie man hier weiter verfahren kann. Zum einen könnte man nun mit einer Phase 4 sich mal wirklich durchsetzten aber irgendwie wollte ich es von Beginn an nachhaltiger und netter haben.

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Pferde auf der Weide

DasPferd gehört zu den cleveren Pferden ist normalerweise nicht so sehr instinktgesteuert und auch nicht ängstlich, zudem sehr menschenbezogen und hat ordentlich go also ein LBE (left brain extrovert).
Mit dieser Sorte von Pferd ist Streit bekanntlich nicht die klügste Idee, sie diskutieren gern wenn es streit gibt.
Also habe ich umgeschaltet in den Spassmodus. Longlines ans Knoti und darauf geachtet das ich hinter ihm bleibe, zunächst ohne
etwas besonderes zu fordern, nur sanftes anticken und über den Platz gehen auch Richtung war anfangs egal bis meine Idee seiner wurde, er fand das schnell cool das da jemand von hinten mit läuft wir konnten schnell Richtungswechsel, um Tonnen laufen, durch Engpässe gehen etc… und dann wurde er richtig aufmerksam und man konnte immer mal wieder „etwas“ Druck mit einbauen, viel war nicht nötig er hat ja von natur schon go. So konnte ich seine Persönlichkeit ins Training integrieren und plötzlich war Druck von hinten kein Thema und er stellt fest das Druck in Zone 5 nicht gleich blöd ist und es keinen Grund gibt da gegen zu halten.

Im Training wird er jetzt öfters an den Longlines laufen viele Wendungen machen, anhalten, losgehen, feiner werden und von mal
zu mal einfach besser aktzeptieren können das wenn mal Druck von hinten kommt es nicht gleich ein Grund gibt gegenzuhalten.
Wenn Pferde hinten ausschlagen sollte man soetwas sehr Ernst nehmen und das wird nicht in einer Woche erledigt sein aber hier ist jetzt ein Plan entstanden mit dem man sehr sanft und mit Spass spielerisch desensibilieren kann und dann ganz sicher auch zum Erfolg kommen wird.

Produkt Test Fressnetz 5m x 3,50 m

Unsere Pferde bekommen ihr Heu aus Futternetzen, daher habe ich verschiedene Futterstellen eingerichtet damit jedes Pferd einen Platz findet um stressfrei zu fressen. Eine davon ist in unserem Unterstand und bietet auf einer Länge von knapp 6m  mit einer Höhe von 1,75 m besonders viel Platz.

Pferde am Futternetz

 

 

 

 

 

 

Geeignete Netze für Pferde, die dem Verbiss standhalten sind in dieser Grösse sehr Teuer und halten meist auch nicht ewig daher habe ich es mit einer etwas günstigeren Variante probiert, einem Ladungssicherungsnetz. Fündig bin ich auf Amazon geworden mit einem Netz das auch eine geringe Maschenweite von 3 cm hat. Durch die 3cm können die Pferde noch genug herauszupfen und haben eine deutlich längere Zeit mit dem Heu zu tun als wenn sie es ungebremst bekommen würden. Im Ergebnis haben wir Pferde die nicht zu dick sind und wir können die Fütterung so steuern das sie meist nie länger als 3 bis 4 Stunden ohne Heu sind. Pferde sollten nicht länger als 4 Stunden ohne Heu oder Gras sein da sonst der PH Wert im Darm aus dem Ruder läuft was dann zu Entzündungen oder auch Koliken führen kann.

Das Netz hat die Masse 3,50m x 5,00  mit einer Maschenbreite von 3 cm .Da man es etewas auseinanderziehen kann beim Befestigen kommt man auf knapp 6m Breite und 1,75 m Höhe .

Die Haltbarkeit des Netzes beträgt bei uns 1,5 Jahre danach muss es getauscht werden. Da das Netz nur im unteren Bereich durch den Verbiss gelitten hat kann man mit dem Rest noch kleinere Fresstellen bauen und wir müssen es nicht komplett wegschmeissen. Wir nutzen den Rest z.B. in einer 2. kleineren Futterraufe.

Fazit das Netz ist mit gerade mal 50 Euro ein Schnäppchen und ist dem Preis entsprechend 3 Sterne Wert.

Wer interesse an einem solchen Netz hat findet es hier:

LADUNGSSICHERUNGSNETZ, Anhängernetz 3,5 x 5,0 METER

Suchen und verfeinern lohnt sich

ein grosses Aha Erlebnis hatte ich in diesem Jahr was die Phasen angehen.
Bei bestimmten Aktionen gibt man sich schnell zu frieden wenn etwas 'gut' läuft ohne darüber nachzudenken das es noch viel besser laufen könnte.

Das anhalten z.B. war eigentlich sehr fein, ein Ausatmen und den Zügel leicht anheben und mein Pferd hielt an. Schön da gibt es so viel nicht zu Meckern, wenn mich Mira Geldermann nicht auf einem Kurs darauf aufmerksam gemacht hätte warum ich den Zügel überhaupt anhebe...
mmmpf eh ja warum eigentlich, wenn doch ein entspanntes Ausatmen schon reichen könnte?
Vor allem warum noch feiner machen wenns doch so auch schon 'gut' ist? 
Eigentlich ganz einfach wenn das 'nur Ausatmen' einmal NICHT reichen sollte bleibt mir eine weitere Phase 'Zügel anheben'. Vorher habe ich also eine ganze Phase zu viel weggeschmissen. Wir haben danach etwas dran gearbeitet und siehe da Murphy konnte es schon lange mein deutlich entspanntes ausatmen reicht aus um anzuhalten. Jetzt freue ich mich wahnsinnig darüber
noch feiner und softer zu sein und wenns mal nicht klappt eine weitere ganz leichte Phase zu haben das anheben des Zügels.IMG-20140927-WA0014

Es lohnt also über jede Aktion nachzudenken wie man Ansagen feiner gestaltet um nach hinten mehr Luft zu bekommen und aus einem gut ein sehr gut zu machen.

Mir persönlich hat das die Augen geöffnet danach zu suchen und genau diese Dinge ins Visier zu nehmen, es macht spass und es ändert so viel fürs Pferd.