Abwechslung auf dem Platz

Ich habe mich immer sehr geärgert wenn grössere Baumstämme im Gelände herumliegen und man erst umständliche Wege durch Gebüsche etc… suchen muss um dran vorbeizukommen. Dabei wäre es bei einigen Kandidaten doch so einfach drüber zu springen.

Da war es wieder, man vermeidet gern Dinge die einem nicht ganz geheuer sind und so habe ich mit dieser Strategie lange gelebt. Ja hin und wieder mal halberzig ein paar Kavalettis gesprungen aber was nicht muss das muss nicht. Auch mein Pferd schien nie so begeistert vom Springen zu sein. Und die Angst spielt natürlich dann auch eine Rolle. Was man selten macht verunsichert und nur all zu gern schiebt man es vor sich her.

jump it
jump it

Also Plan machen und Schluss damit. Wir springen jetzt und wir machen es reglemässig damit Sicherheit für Pferd und Reiter entsteht. Nur durch Übung und viel Wiederholung lässt sich das Meistern. Meine Pläne sind zudem nicht besonders groß. Ich muss nicht 1,60 m springen aber zumindest angstfrei und gekonnt ein 60 cm dicker Baumstamm soll drin sein.

Gesagt getan, schnell sind ein paar Hindernisse aufgestellt und wir gehen es an. Unsere blauen Tonnen (liegend) sind mal das erste Ziel. Diese sollen flüssig gesprungen werden ohne das Pferd verweigert und sich die Beine dran stösst. Dann klappt es auch mit den Baumstämmen.

Spung im Training
Spung im Training

Zunächst konnten wir am Boden unsere Übung Hunt the Jump wiederholen um das Pferd nach ausreichend Aufwärmphase einzustimmen freiwillig den Sprung zu suchen. Das klappt mitlerweile gut und ja dann haben meine Reitbeteiligung und ich uns rangemacht. Die ersten Sprünge noch mit deutlich hörbaren plonk, hier und da rechts dran vorbei dann links vorbei oder einfach mal direkt vor dem Hindernis in den Vollstop. Aber die Übung macht das Springpaar… Nach ein paar Trainingeinheiten klappte das viel besser, Murphy läuft mit gespitzten Ohren auf die Hindernisse und berührt sie im Sprung nicht mehr. Wowwwww und uns macht es mitlerweile grossen Spass. Etwas neues im Training, quasi ein Teil squeeze game, was das Pferd wieder etwas mutiger macht (und uns sicherlich auch).

 

Pferdedeutsch – Deutsch

Wenn Zweibeiner die sonst nichts mit Pferden zu tun haben auf den Pferdehof kommen dann verstehen sie meist nicht viel. Da wird von sonderbaren Säbelzahnschmetterlingen gesprochen und einigen anderen Fabelwesen. Mit einigen dieser merkwürdigen Ausdrücken möchte ich euch hier einmal etwas weiterhelfen. Dann klappts auch mit dem nächsten Besuch auf dem Ponyhof 🙂

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auf dem Pferdhof ist die Hölle los 🙂

Pferdedeutsch – Deutsch

Ein Übersetzungsversuch

  • Pampe – unbefestigter Boden der sich in Matsch verwandelt bei starkem Dauerregen
  • Puschelfuss – meist geflecktes Pony aus Irland mit langen puscheligen Fell an den Beinen Rasse:Irish Cob, Tinker
  • Vollblöd – ein englisches Vollblut Pferd
  • Halbblöd – ein Warmblüter
  • Kalti – ein Kaltblut Pferd
  • 3 Seiten Butze – ein Offenstall der an drei Seiten geschlossen und einer Seite offen ist
  • Haffispray – insider 🙂 einfach Mähnenspray
  • oben Ohne – Reiten ohne Zaum oder auch Reiten ohne Reithelm
  • Deckel – Reithelm
  • Pinguin – Englischreiter
  • Gespenster – Flatterband oder manchmal auch eine gelbe Blume 😉 oder ebend ein Säbelzahnschmetterling (frisst Pferde)
  • Lederhelm – Cowboyhut
  • Mistboy – nein kein mit mistbeschmierter Junge, einfach ein Kunststoffbehältnis mit Stil zum einsammeln der Hinterlassenschaften
  • Rennsemmel – schnelles Pferd, meist Araber oder auch gern mal Traber
  • Mehlschnute – Pferdemaul mit mehlfarbenem Fell
  • nicht anfassen – heisst nicht anfassen, probier es an einem Elektrozaun, der die Weide abgrenzt und du weisst was ich meine.
  • Agrarhaken – Anhängerkupplung
  • Barnwitch – darf in keinem grösseren Stall fehlen, sitzt meist an der Bande kann selber nicht reiten weiss aber über jeden bescheid und tut es überall Kund wie schlecht doch alle reiten. Trägt meist karierte Socken und wird von Pappi zum Stall gefahren.

Es werden euch noch einige weitere Begriffe begegnen. Mit etwas Phantasie erratet ihr auch weitere Begriffe die euch auf dem Ponyhof begegnen. Denkt immer dran es laufen nur Verrückte dort rum…

Buchtipp Die Wanderreiter-Akademie (Herbert Fischer)

Ich habe gerade das Buch
Die Wanderreiter-Akademie (Herbert Fischer) gelesen.

wanderreiter_akademie
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Herbert Fischer ist Autor und auch Gründer der deutschen Wanderreitakademie.
Das Buch ist ein guter Ratgeber für Einsteiger aber auch erfahrene Wanderreiter werden das eine oder andere auf die Reise mitnehmen.
Es ist keine Schritt für Schritt Anleitung (die wird es auch wo anders nicht geben).
Hier werden Packlisten diskutiert oder auch das ideale Wanderreitpferd, die Fischer-Dietz Methode mit 50 Punkten, um ein Pferd zu bewerten (spannend wenn gleich ich einiges anders sehe getreu dem Motto „kein Pferd hat die falsche Farbe“) aber es geht um Sicherheit und Objektivität für den Einsteiger und aus dieser Sicht kann ich die meisten der 50 Punkte sehr gut nachvollziehen.
Herbert Fischer bezeichnet sich im Buch als Generalist und dies wird ihm auch in seinem 2. Leben als Wanderreiter nachgesagt. Er führte vorher ein Unternehmen mit 800 Mitarbeitern und er weiss wovon er redet und kennt Ziele und Methoden. In der Wanderreitakademie sind Ausbildungsstufen bis hin zum Wanderritt Meister vorgesehen wo auch unternehmerische Qualitäten wie Rechnungsewesen Planung eines Wanderreitbetriebs, Menschenführung/Psychologie eine Rolle spielen.
Interessant sind die Ausführungen mit welcher Planungssicherheit große Ritte angegangen werden.
Man merkt schnell wo die eigenen Qualitäten verbessert werden können und müssen.
Sehr schön auch die unterschiedlichen Anekdoten / Geschichten von vergangenen Ritten, bei manchen muss man lachen bei manchen staunen. Und jedes mal nimmt man etwas mit, sei es nur eine neue Idee.
Einziges Manko wenn man es überhaupt so nennen kann ist das Produktplacement bei den Tipps zur Ausrüstung. Schnell merkt man, mit wem Herbert Fischer lange zusammenarbeitet und die Firma ****** kommt immer wieder vor, es fehlen dann Alternativen im Buch. Nun gut er geht von bester Ausrüstung aus und empfiehlt diese so, niemand ist frei davon ich habe gute Erfahrungen mit Ortlieb und kenne und nenne in diesen Bereichen auch keine Alternativen….

Das Buch ist lehrreich, spannend und manchmal auch etwas zum Träumen, mich hat es gepackt und es war an 2 Abenden durchgelesen. Wer etwas über die Wanderreiterei lesen möchte und nebenbei auch etwas lernen möchte ist hier richtig.

Achtung Feder Torgriffe

Wenn ich Produkte teste und hier etwas drüber schreibe dann meist nützliche Dinge von denen ich sehr überzeugt bin. Heute mal etwas anderes was mir wirklich wichtig ist.

Federtorgriff
Federtorgriff

Überall sehe ich diese Torgriffe mit den Spiralfedern, so auch bei uns. Praktisch im handling sind sie ja auf den ersten Blick. Schnell angebracht sind sie auch und beim öffnen eines Durchgangs kann man sie an die Seite hängen ohne das lange Litzen im Weg liegen da sich die Spiralfeder zusammen zieht. Bis hier ging das auch bei uns immer gut und ich hatte nie eine Veranlassung näher drüber nachzudenken. Bis… ja bis dann etwas passiert ist. Mein Pferd stand neben einem solchen Durchgangstor und war mit dem Schweif am schlagen, was besonders in dieser Jahreszeit bei den vielen Insekten häufiger vorkommt. Sein Schweif ist dabei direkt in eine Feder vom Torgriff geraten und hat sich darin verwunden, panisch lief er los und riss das gesamte Konstrukt aus den Befestigungen. Der Torgriff selber hat sich dabei sofort verabschiedet, die Feder sass zusammengezogen im Schweif und so galoppierte er einige Runden auf der Wiese bis er dann entschied doch mal zu mir zu kommen und ich ihm die Feder aus dem Schweif herauswinden konnte. Puhhh nichts passiert aber was wenn sowas passiert wenn niemand da ist… Meine Empfehlung, schnellstens diese Teile austauschen. Das Produkt ist nicht sicher genug.

Heideabenteuer und Wanderreit Route

Wir haben uns so drauf gefreut!! unser 2016er Heideabenteuer. Nun ist es schon wieder vorbei. Es bleiben tolle Erinnerungen, ein super schöner Ritt und tolle Wege die Lust auf Wiederholung machen.

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Start Döhle grosser Parkplatz

Den Ritt haben wir von Döhle (grosser Park und Kutschenplatz) gestartet. Vieles war anders als sonst 🙂 6 Menschen 4 Pferde 2 Fahrräder (ja die Fahrräder hatten sogar Namen eines hiess Simone und eines Simona). Es war das erste mal mit Fahrrardfahrern dabei und eigentlich möchte ich das nicht mehr missen. Fahrradfahrer sind flexibler und können schnell mal einen Weg checken oder am Pferd helfen (grosses Lob an Dennis und Tanja die Simona und Simone geritten/fahren sind). Auch konnten Anja und ich mal das Pferd gegen eine Simone oder Simona tauschen und die beiden Fahradfaher konnten ein stück reiten. Puhhh Heidesand und Mountainbike ist eine Sache für sich aber bringt durch die abwechslungsreiche Bewegung die Knochen wieder in Schwung.

Die Route hat etwa 30 km pro Tag. Unsere Pferde ein Kalti, Tinker, PaintHorse und Jeanna (Lewitzter Araber Hmm weiss gerade nicht genau) waren gut vorbereitet und konnten die Streckenlänge gut mitmachen. Wenn ihr die Strecke nachreiten wollt und gemütlicht wie wir das machen vorankommt und auch mal Pause macht dann sollten auch eure Pferde das schaffen. Besonderheiten waren eine Autobahnüberquerung (unsere Pferde kennen das) und an einigen Stellen mal Landstrasse (wirklich wenig) mit ausreichend Grünstreifen. Eine Panzerringstrrasse (auch Grünstreifen) wo normalerweise keine Panzer aber elendig viele Tanklaster durchfahren (Montag)… etwa 2km nervig dann aber auch gegessen. Ein Kutschenparkplatz höhe Wilsede, dieser eignet sich gut um etwas Pause zu machen, die Pferde gewöhnen sich an die vielen Kutschen und Pferde und später trifft man immer mal wieder eine entgegenkommende Kutsche und sie kennen es dann schon. Für uns gab es da keine Probleme.

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Kutschenparkplatz

Der erste Tag ist seeeeeeeeehr schön und man bekommt viel Heide zu sehen (haltet den Fotoapparat bereit) gegen Ende trefft ihr auf das Kargland von Reinsehlen mit seinen Schafen und Hunden und einem Kletterpark den man aber nur von weiten sieht. Die Hunde der Schäfer haben uns gleich begrüsst und wollten mit Simon unserem Tinker sogar spielen (Simon wird nicht immer als Pferd wahrgenommen). Wir hatten an den letzten Kilometern irrsininnig viele Hirschlausfliegen. Auf Wikipedia steht das die Hirschlausfliegen erst im August/September auftreten nur leider lesen diese Viecher kein Wikipedia und sie sind schon im Juni an manchen Stellen in der Heide. Wer sie nicht kennt hat nichts verpasst. Die Pferde reagieren um das 1000 fache heftiger als bei einem Bremsenüberfall. Sprays sind meist nicht wirksam man muss bei Hirschlausfliegen wirklich zusehen den Übeltäter vom Pferd zu bekommen und gleich mit den Fingern zerquetschen. Einfaches draufhauen funktioniert NICHT.

Die erste Station (Schnuckenhof):

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Schnuckenhof Wesseloh

Wir erreichten trotz Hirschlausfliegen rechtzeitig die erste Station den Schnuckenhof in Wesseloh. Der Schnuckenhof ist eigentlich eine tolle Station mit gutem Essen, liebevoll eingerichteten Zimmern und die Möglichkeit die Pferde auf einem Graspaddock zu stellen. Unsere 2 Mitreiter wollten aber eigentlich eine BOX und das war nicht möglich da die Boxen verschimmelt waren und einen Boden mit Löchern hatten wo Pferde mit dem Huf stecken bleiben können. Das Heu war qualitativ auch schlecht. Der Schnuckenhof hat sich zu dieser Kritik aber bereits geäussert und verspricht Besserung! Das zeigt das man dort sofort reagiert und auch einsieht hier dem Kunden das beste zu geben. Darüber freue ich mich denn die Boxen passten nicht zum Rest, daher bin ich  überzeugt auch das wird in Kürze.

 

Der 2. Tag

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Heidewege

Der 2. Tag bedeute auch Abschied aber dazu gleich. Wir sind vom Schnuckenhof in Richtung Insel geritten wo wir noch einen kleinen Abstecher zu einer ex Einstelllerin von uns gemacht haben. Ich habe mich gefreut sie zu treffen und auch ihr Pferd (Paddy) auch mein Murphy war erstaunt wen er da trifft und rannte sofort hin. Wir wurden mit Kaffee und Kuchen begrüsst und hatten unsere erste schööööne Pause. Dann ging es weiter in Richtung Heber um Schneverdingen herum. Tolle Wege schöne Heide einfach geniessen und mal die Seele baumeln lassen. In Heber hatten wir dann einen Zwischenstopp bei unseren 2 Mitreiterinnen an deren Stall wo die Reise für die beiden endete und der besagte Abschied war. Gern wären wir mit Katrin und Kerstin weitergeritten da alles so gut passte. Wir hatten am Stall noch eine schöne Pause mit Würstchen und Getränken (Daaaaaaaaaanke) und demnächst kommen wir zum Stalltreffen und Grillen (freuuuuuu). Danach ging es aufs letzte Drittel der 2. Tagesetappe in Richtung Wiedingen. Von hier lief alles wie im Flug, Murphy hat noch ein paar mal nach den fehlenden Pferden gewiehert und gerufen dann waren wir wieder auf Tour 🙂 Der Wald nach Heber den wir getroffen haben kenne ich noch vom letzten Jahr, ich hatte ihn den Mückenwald getauft. In diesem Jahr war davon nichts zu merken. Es war erstaunlich ruhig und wir kamen zügig durch. Die letzten Kilometer hatte Anja das Pferd gegen Fahrrad getauscht und Dennis und ich konnten zusammen eine lange Strecke Traben. Ich bemerkte das Murphy spürt wohin es geht er war ja schon mal da.

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Brücke im Wald

die 2. Station der Menkenhof (Wiedingen)

Endlich angekommen am Menkenhof wurden die Pferde mit dem weltbesten Wanderreitpaddock auf Gras (etwa 50 X 50) begrüsst und wir 4 Menschen hatten das Backhaus (2 Etagen). Mir liegt so viel auf der Zunge was ich über den Menkenhof schreiben möchte aber hier muss ich nichts sagen ausser :       GROSSARTIG   Ich habe da wirklich Respekt vor einen so grossen Hof so toll zu führen. Hier stimmt alles. Egal ob Box oder Paddock oder Graspaddock man wird eure Wünsche erfüllen und eure Pferde wollen da nie wieder weg. Tolle Gastgeber, der Beste Fin (Stallmeister) und ein beeindruckendes Anwesen. HIer wurde vor langer Zeit auch die Serie „Wir Kinder vom Alstertal“ gedreht. Abends haben wir uns dann noch Deutschland:Polen angeschaut und mitgefiebert, das leere Ergebnis ist bekannt.. Morgens gab es ein super Frühstück im Haupthaus. (Sehr lecker).

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Menkenhof

3. Tag zum ZIel Reiterhof Winandy (Reiningen/Wietzendorf)

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Wege im Wald

Gestärkt vom Frühstück ging es los in die letzte Etappe des eigentlichen Wanderritts. Wir haben die Heide nun verlassen und treffen tollen Waldwege, kleine Dörfer und zwischendrin das bekannte Feriencamp in Wietzendorf dort wollten wir in die „Gaulschenke“ um etwas zu trinken aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Montags Ruhetag… Nun gut einfach weiter. Die Wege waren abwechslungsreich und wir trafen auf eine „Ecke“ die mir schon bei der Planung „unangenehm“ aufgefallen war. Kurz nach der Autobahnüberquerung (A7) ging es auf eine Panzerstrecke zu an der „Wilden Heide“. Hier lief einiges schief. Ich hab mich entschlossen gleich zu beginn auf die Panzerstrasse auszuweichen (Fehler) hab dann noch 5 m davor einen Weg entdeckt der direkt an der Panzerstrecke Parallel verläuft. Das war anfangs gut endete aber in einen immer schmaler werdenden Weg bis ebend keiner mehr vorhanden war. Unter uns ein Teppich aus Blaubeerbüschen und überall Bäume war es beschwerlich voranzukommen. Am Ende haben wir einfach Zeit verschenkt. Wir hätten meine ursprüngliche Version (Blaue Linie) folgen sollen und dann auf die Panzerstrasse, es lässt sich eh nicht vermeiden. (Wer den Ritt nachreiten möchte kann sich mit mir in Verbindung setzen ich instruier gern noch etwas genauer). Zu allem Überfluss kamen danach Armeen von Bremsen die es auf unsere Pferde abgesehen haben (brrr) und wir mussten noch etwas ums Sperrgebiet herumreiten. Dann wurde es wieder besser und wir begaben uns langsam auf die Zielgerade.

Endziel (Reiterhof Winandy in Reiningen)

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Ferienhof Winandy

Die letzten Kilometer sind wir im Trab und Galopp auf Reiningen zu geritten und wurden herzlich empfangen und konnten unser Ferienhaus begutachten. Die Pferde wurden auf grosser Weide untergebracht. Auch hier ein Kompliment an die Gastgeberin Petra die alles richtig macht. Man fühlt sich sofort wohl und ich habe gleich angefangen zu entschleunigen. Herrliche Ruhe auf dem Ferienhof. Ziegen, Hunde und Pferde. Wir haben hier noch eine Woche Urlaub gemacht und natürlich auch noch einige Ritte in die Umgebung unternommen. Es gibt hier viel Wald und Sandwege. Für uns Reiter ein Traum. Wer es nicht so genau mit Schildern nimmt reitet in Richtung Sperrgebiet (ehhh nein wir doch nicht) und man befindet sich in mitten eines Filmsets was „the walking dead“ in nichts nachsteht. Menschenleer, hier und da mal ein Reh und sonst nix. Muss man gesehen haben kann ich so garnicht erklären.

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Reiten in Reiningen

Es war ein grosses Abenteuer quer durch die Lüneburger Heide daher passt auch immer noch der Name des Ritts den ich vorher schon auserkoren habe „Heideabenteuer“. Wenn ihr den Ritt nachreiten wollt, hier ist die Karte:

Bei Fragen könnt ihr mich gern ansprechen oder eine mail an offenstaller@googlemail.com schicken. Der Ritt ist für fortgeschrittene und ambitionierte Reiter machbar. Alle Etappen liegen bei 30 km also eine Gesamtstrecke von etwa  90 km. Unsere Pferde machen das auf den überwiegenden Sandwegen OHNE Hufschutz. Aber jedes Pferd ist anders und einige benötigen Hufschutz.

Der Ritt ist von uns durchgeführt eine Garantie oder ähnliches kann ich nicht geben das immer alle Wege frei sind und so wie gezeigt reitbar sind. Altenativen müsst ihr dann selber herausfinden.

 

Legende:

Station 1: Schnuckenhof Wesseloh

Station 2: Menkenhof Wiedingen

Station 3: Ferienhof Winandy

Und hier ein Paar Impressionen:

Pfingstritt mit Hindernis und Verladeübungen mit Erfolg

Länger nichts geschrieben, das zeigt wir waren zu viel beschäftigt. Natürlich mit den Pferden. In den letzten Wochen haben wir das Training wieder aufgenommen und Murphy endlich Hängertauglich bekommen. Er war im Gegensatz zu Simon wirklich ein schwieriger Fall. Die Vorarbeit war längst gemacht und Angst war schon sehr früh dank viel desensibilisierung in squeeze games nicht das Problem. Er ging eigentlich immer auf den Hänger aber Stange zu hat er clever wie er ist immer mit einem Hinterbein blockiert.
IMG_20160510_182904Also haben wirs eine Zeit ganz weggelassen im Training um das Muster erstmal zu löschen und dann zusammen mit meiner Trainerin Christine Woyrsch frisch angegangen. Hier fiel auf das
Murphy das Muster garnicht mehr inne hatte aber ich noch sehr nervös war, trotz allem klappte es in wenigen Minuten und wir konnten stressfrei fahren. Um es sicher zu machen haben wir dann
auf einem Pfingstritt nochmal verladen, wir sind Pfingsten nach Döhle geritten und am Ende dann mit Hänger, den wir nachgeholt haben, zurück gefahren. Nun werden wir das häufiger mit einbauen
um Routine zu bekommen.

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Waldwege

Pfingsten haben wir wie erwähnt einen grösseren Ritt gemacht, auch schon als Vorbereitung für unser diesjähriges Heideabenteuer (Mit Pferd durch die LG Heide 10 Tage). Das Wetter war die Tage DAVOR super nur an diesem Wochenende wollte es nicht so wirklich, ein lustiger Mix aus Regen, Sturm, Sonne und für die
Jahreszeit niedrigen Temperaturen erwartete uns, wir haben das Beste draus gemacht, sind von Winsen nach Döhle etwa 34 km geritten, haben dann die Pferde versorgt und ab in die Pension. Am Sonntag wollte keine rechte Stimmung aufkommen da unsere Mitreiter abbrechen mussten, ein Pferd hatte ein dickes Hinterbein und da war reiten natürlich nicht sinnvoll.

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Frühstück in Döhle

Am Montag noch Paddocks abgeäppelt und den Hänger geholt und um viele Erfahrungen reicher dann nach Hause.
So ist das halt nicht immer läuft es so wie wir uns das vorstellen aber wir ziehen immer auch das Positive heraus.

stop – whoaa – haaaaaaaaalt

wie geht das eigentlich, war eine meiner ersten Fragen als ich mit den Pferden anfing.
Klar da rollen Bilder im Kopf, was wenn das Pferd einfach weiterläuft und nicht anhält wennes die Situation erfordert. Damals wie heute kursieren viele Methoden um das Anhalten. Es fängt an mit reiner Zügelbremse, über den Sitz, Atmung, Ausbildung selbst Beten habe ich schon gehört.

Nun was will man von einem Späteinsteiger schon erwarten, was sollte man mir sinniges was ich auch begreifen kann dazu erzählen. Ja es war immer etwas schwammig. Zieh an einem Zügel, benutze nicht 2 war und ist vielleicht das verständlichste für einen Anfänger und schon das ist schwer umzusetzen, neigen wir doch in Stressituationen dazu überzureagieren oder zu krampfen. Getrennte Hände die unabhängig arbeiten, nicht wirklich. So war das bei mir und lange blieb das Anhalten für mich mit 7 Fragezeichen belegt. Irgendwie wusste ich nur das kanns alles so nicht gewesen sein.

Dann kamen noch die „Pferdebrecher“ dazu, wenn der Gaul nicht hält musst ein Gebiss haben, nur so kannst auch eine richtige Ansage machen. Anders begibst du dich und deine Umwelt in Lebensgefahr. Hmm auch das gefiel mir nicht.

So machte ich mir meine Gedanken dazu uns stellte 2 Dinge fest

1. in sicherer Umgebung brauch ich nur stehen bleiben und mein Pferd hält auch an (vom Boden)
2. Ein Hengst hält ohne Seil eine ganze Herde an (wowwww)

Damit wusste ich es muss etwas geben was gewaltlos ist und funktioniert.
Irgendwie muss es da was geben, also habe ich angefangen beim Reiten auf dem Platz die Zügel loszulassen und bin einfach innerlich stehen geblieben. Mal passierte nix mal blieb mein Pferd stehen. Klar meine Körpersprache muss zu dem Zeitpunkt noch sehr gruselig gewesen sein und mein Pferd hat schon damals immer versucht mir zu helfen und mich zu verstehen aber bestand / besteht darauf das es klar rüber kommt. So war ich
recht hilflos und verlor schon fast den Glauben das sowas gehen kann aber dadurch das er immer auf korrektes gut reagiert hat war er ebend auch der beste Lehrer den es gab. Hatte ich eigentlich schon erwähnt das Murphy ein Zauberpferd ist? Naja ist er! Und ihm verdanke ich wohl sehr viel.

Im Horsemanship sind mir dann viele Lichter aufgegangen, besonders durch Atemübungen (Mark Rashid) und wie unmöglich wir uns teilweise ausdrücken (Parelli). Plötzlich ging alles wie von allein, das Pferd vom Boden auf Entfernung stoppen nur durch Körpersprache. Später dann aus dem Sattel. Im laufe der Zeit
habe ich es besser Verstanden und arbeite immer noch dran es feiner hinzubekommen. Meist reicht ein kurzes ausatmen und die richtige Körperpos. (leicht zurücklehnen, Becken knicken).

Heute weiss ich die Zäumung ist der unwichtigste Teil beim Anhalten, selbst die Technik ist Makulatur wenn man es nicht ehrlich meint, wenn man es nicht wirklich verstehen will. Anhalten kann und sollte ein wichtiger Teil der Ausbildung sein und kann auch konditioniert werden, am Ende stelle ich aber fest musste ich wenn ich es in einem Buch erklären wären es von 1000 Seiten 1000 für mich zu lernen und mein Pferd 1 Seite, die anderen 999 Seiten kannte es schon. Pferdisch ist manchmal sehr schwer aber immer nachhaltig, gewaltfrei und es macht nicht zu letzt auch einen besseren Menschen aus uns.

Warum überhaupt Wanderreiten

Warum fasziniert das Wanderreiten eigentlich so und wozu kann es gut sein?
Reiten kann man, wenn das Ausreitgelände am Stall gut ist, auch dort und auch das macht spass.Beim Wanderreiten kommen nun neue Komponenten hinzu:

– wie verhält sich mein Pferd wenn es nicht am heimischen Stall ankommt
– wie kommt es Nachts im fremden Stall/Paddock klar
– herausforderungen meistern
– neue Aufgaben finden
– Erleben von Natur die noch unbekannt ist

Und sicher noch einiges mehr.
Das Pferd ist schon von Natur aus ein Lauftier und ein Nomade
so liegt es auf der Hand dem Ziel des Wanderreitens näher zu kommen. Im Gegensatz zu den Hallentieren die ihr armes Leben ständig im Dressurviereck und einer Box verbringen dürfen sie ihrer wahren Natur näher kommen. Dabei lernt das Pferd Trittsicherheit, mehr Selbstbewusstsein, Strassensicherheit, Teamverhalten auch mit seinem Menschen und nicht zuletzt natürlich auch die mentale Physis und körperliche Fitness + Kondition.

Pause im Wald
Pause im Wald

Und wir Menschen?
Ein hauch von Abenteuer aber auch das Abschalten aus unserer technisierten immer online geprägten Welt entschleunigt uns wie bei kaum einer anderen Tätigkeit. Nirgends kann ich so gut abschalten wie beim Reiten und in freier Natur ist es noch viel schöner. Wir lernen Komfortkreise zu verlassen, halten uns fit und gesund, lernen den Umgang mit Kartenmaterial, die kleinen Dinge unterwegs die man aus dem Auto nicht mehr wahrnimmt, das Pferd nicht ständig kontrollieren zu wollen sondern sich auf seinen Partner Pferd zu verlassen und natürlich auch Verantwortung zu übernehmen.

Es ist, zumindest für mich die schönste Art zu reisen.
Unterwegs benötigen wir keine Swimming pools und Strandbars, meist kommen wir mit dem einfachsten aus. Eine nette Wanderreitstation mit einem Bett und einer Dusche
von denen es in Deutschland wirklich sehr viele gibt reicht uns schon aus, manch einer braucht gar nur ein Zelt mit einem mobilen Paddock.
Ich merke wie unwichtig dieser Hotelluxus ist und freu mich dieses wunderbare Hobby entdeckt zu haben. Der Ritt und die Erlebnisse an sich ist genug Freude und Abends kommt man wo auch immer glücklich und zufrieden an. Dabei spielt es keine grosse Rolle ob man das Pferdeabenteuer in fernen Ländern sucht oder hier in Deutschland unterwegs ist. Wir haben hier in Deutschland hervorragende Wanderreitgegenden wie z.B. die Lüneburger Heide, die Pfalz oder den Bayrischen Nationalpark.

Kennst du Pfridolin?

Pfridolin Pferd ...und ich dachte reiten kann man lernen...
Pfridolin Pferd …und ich dachte reiten kann man lernen…

Ich möchte euch kurz etwas von einem Pferd namens Pfridolin erzählen. Pfridolin hat zwei tolle Bücher geschrieben und mich zum lachen und manchmal auch zum nachdenken gebracht.

Pfridolin hat eine untalentierte Besitzerin die er liebevoll ‚die Frau‘ nennt. ‚Die Frau‘ hat auch eine Reitlehrerin die meistens auf Pfridolins Seite steht und aufpasst das ‚die Frau‘ nicht am Zügel zerrt und ihr auch ansonsten viele nützliche Dinge beibringt.

In vielen Kurzgeschichten erzählt uns Pfridolin von den Problemen als Freizeitpferd (Betonung auf Freizeit) mit einer Besitzerin die große Vorstellungen mit kleinem Talent hat. Ausritt mit Tinker ist so ein tolles Beispiel, wo ‚die Frau‘ ein Date zum Ausritt hat und so Sätze von sich gibt, wie z.B. gleich wird es Dunkel (so in 5 Std.) um sich davor zu drücken auch die einzige Wolke am sonst blauen Himmel ist ihr nicht ganz geheuer, ja auch Treckerfahrer fahren manchmal nur so zum Spass am Sonntag…

Zu allem Überfluss hat ‚die Frau‘ ein Faible für die farbe Rosa und allzeit die Schere Parat um dem armen Pfridolin die Mähne in einen 5 Stufen Zickzack Schnitt zu verwandeln, was so garnicht in Pfridolins Vorstellung passt, wäre er doch lieber ein langhaariger feuriger Spanier.

Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und viel gelacht. Das Buch …und ich dachte Reiten kann man lernen.. habe ich bereits gelesen und demnächst möchte ich natürlich auch Pfrdolins Tod im Misthaufen lesen. Für alle die Spaß verstehen und einfach kurzweilige tolle Geschichten zum lachen und auch mal zum selbstreflektieren mögen ist es ganz sicher einen Blick wert. Ich wünsche euch viel Spass beim Lesen, die Bücher eignen sich auch als tolles Geschenk an die Stallzicken und Barnwitches.

 

 

Vorbereiten auf die Wanderreitsaison

Nachdem es nun ein wirklich schlechter Winter war mit wenig Kälte dafür aber viel Wasser und Matsch freuen wir uns auf den Frühling. Die Tage werden länger das Training für die kommenden längeren Ritte hat begonnen. Manchmal steht man dann da und weiss nicht
so recht was kann ich mit meinem Pferd trainieren?

Ich habe mal eine kleine Liste mit Ideen:

1 Kondition kommt durch die langsam immer grösser werdenden Ritte
2 friendly game in der Mitte auf Autobahnbrücken
3 Reiten durch Wasser (meiner findet es blöd und Simon würde sich am liebsten hinschmeißen und baden)
4 Weg verlassen und Beine heben über Stock und Stein
5 anbinden im Gelände
6 Aufstiegshilfe im Wald (alles kann eine Aufstiegshilfe sein, klappt es so wie auf dem Platz)
7 Reiten mit Ausrüstung (Taschen etc..)
8 Ein Pferd als Handpferd (für den Fall der Fälle)

Taschen am Sattel
Taschen am Sattel

 

 

 

D

 

Diese Liste wird wie unsere Liste „101 things we can do for winter“
101 things we can do for winter
sicher noch fortgesetzt
Wer interesse hat kann unter

Geländetraining

im natural-friends Forum gerne mitlesen oder auch eigene Ideen beisteuern.

In diesem Sinne:
„prior and proper preparation prevents P-poor performance“ (Pat Parelli)

die Pferdeseite für Offenstaller und Natural Horsemanship